Freiwillig oder nicht

16. Februar 2011, 17:29
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Wenn man ihn gesehen haben wird, wird er wohl ganz einfach durchblickbar gewesen sein, der Teambewerb...

Wenn man ihn gesehen haben wird, wird er wohl ganz einfach durchblickbar gewesen sein, der Teambewerb. Wenn man aber zwei DIN-A4-Seiten kriegt, die zwar aufgelockert und mit vergleichsweise großer Schrift bedruckt sind, um sich ohne die Bilder, die dann tausende Worte ersetzt haben werden, seinem Wesen annähern zu können, dann geht das Staunen von einem zum anderen.

Drei Gründe etwa gibt es für die Disqualifizierung, "sofort und ohne Protest": Das ist erstens "das Wechseln von einem Kurs zum anderen", was keine Frage offen lässt. Das ist zweitens das "Zusammenstoßen mit dem Gegner, freiwillig oder nicht." Die Freiwilligkeit ist also nicht zu beweisen. Das ist drittens: "Wenn ein Tor nicht richtig angefahren wurde." So weit, so klar.

Prinzipiell ist es auch so, dass wie in den gemeinen Disziplinen des alpinen Skisports jener den Sieg, in diesem Fall den Punkt, davonträgt, der die vorgeschriebene Strecke regelkonform am schnellsten einer Erledigung zuführt.

Allerdings: "Sollten in einem Lauf beide Wettkämpfer stürzen, ist derjenige, der als Erster regelkonform die Ziellinie überfährt, der Gewinner." Das heißt, dass das Rennen auch im Aufstieg entschieden werden kann. "Wenn beide Wettkämpfer das Ziel nicht erreichen, ist jener der Sieger, der regelkonform am weitesten gekommen ist." Sonnenklar.

Der Internationale Skiverband hat den Teambewerb nicht nur erfunden, um einen weiteren WM-Bewerb zelebrieren zu können. Sondern auch deshalb, damit die Alpinen eine weitere Auftrittsmöglichkeit bei Olympischen Spielen haben. Die Olympier blieben stur, lehnten den "Er-und-Sie-Lauf", wie die Spötter sagen, für Sotschi 2014 ab. Freiwillig. (Benno Zelsacher; DER STANDARD Printausgabe 17. Februar 2011)

 

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