40 Krankheiten mit einem Blutstropfen diagnostizieren

16. Februar 2011, 17:08

Frühe Stoffwechseltests können ein Leben mit einer Behinderung verhindern

Heidelberg - Rechtzeitige Tests auf Stoffwechselerkrankungen kurz nach der Geburt können vielen Kindern ein Leben mit Behinderung ersparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg. Die Klinik hatte 1998 ein Neugeborenen-Screening entwickelt, durch das mit Hilfe eines einzigen Blutstropfens 40 Erkrankungen bereits kurz nach der Geburt diagnostiziert werden können.

Manche Krankheiten seien so schwerwiegend, "dass man schon am vierten oder fünften Lebenstag zu spät kommt", betonte Georg Hoffmann, Direktor des Zentrums für Kinder-und Jugendmedizin Heidelberg. Ohne rechtzeitige Behandlung drohten manchen Kindern geistige Behinderungen, sie könnten ins Koma fallen oder sogar sterben.

Von 1999 bis 2009 wurde im Heidelberger Labor das Blut von mehr als einer Million Säuglingen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland getestet. Bei 247 Babys wurden Erkrankungen festgestellt.

Frühe Diagnose verhindert dauerhafte Gesundheitsschäden

Die Studie habe gezeigt, dass eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung bei fast allen Patienten schwere Krankheiten und dauerhafte Gesundheitsschäden vermieden habe, sagte Hoffmann. "Über 95 Prozent der Kinder sind heute gesund und haben sich gut entwickelt." Die Kinder wurden regelmäßig auf Symptome, Krankheitsschübe, Wachstum und geistige Entwicklung untersucht. In Deutschland werden seit 2005 alle Neugeborenen auf lediglich zwölf Stoffwechselerkrankungen und zwei Hormonstörungen getestet.

Auch für die chronische Lungenerkrankung Mukoviszidose forderten die Heidelberger Mediziner ein bundesweites Neugeborenen-Screening - das in Österreich bereits flächendeckend durchgeführt wird. Im Rahmen einer Studie am Mukoviszidose-Zentrum waren ab 2008 rund 100.000 Säuglinge auf diese Stoffwechselerkrankung untersucht worden. Durch Früherkennung im Säuglingsalter könne man aus "einer tödlichen eine behandelbare Krankheit machen", betonte Marcus Mall, der Leiter des Heidelberger Mukoviszidose-Zentrums. Eines von 3.000 Kindern leide an der chronischen Erkrankung der Lunge und Bauchspeicheldrüse, die durch einen Gendefekt verursacht wird. Die Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt derzeit 38 Jahre. (APA/red)

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21 Postings
wunderbar

wie rasant die Forschung fortschreitet! leider nicht bei uns, weil hier zu wenig Geld für die Forschung da ist. und die Pharmazie offenbar auch kein Geld ausgibt?

Nicht unbedingt deshalb.

Eher, weil irgendwelche Betonköpfe in jedwedem medizinischen Fortschritt gleich ein ethisches Problem und einen Eingriff in die Menschenwürde sehen.

Ja es ist echt mehr als pervers in Ö:

-)Jede 3. Schwangerschaft wird abgebrochen.
-) Abbrüche bis zum neunten Monat sind bei Vorliegen einer Behinderung erlaubt.
-) IVF ist erlaubt, die überzähligen Embryonen dürfen entsorgt werden.

Aber: wir sind ganz doll stolz drauf, dass wir die Stammzellforschung verbieten und somit die "Würde des Menschen" wahren. *facepalm*

so profitiert die pharmaindustrie:

mögliche (!) krankheiten am besten möglichst früh diagnostizieren - und dann ein leben lang chronisch krank halten.

eltern können sich gegen die behandlungen, die sie selbst nie beanspruchen würden, bei ihren kindern nämlich nicht wehren. dann gibts zwangstherapie oder das jugendamt kommt und holt die kinder ab.

bin gespannt, wann dieser wahnsinn in den mutterkindpass eingetragen wird.

Simma froh, dass Sie eh keine Kinder haben.

schön, dass mal jemand das thema zwangstherapie bei kindern überhaupt anspricht. journalisten trauen sich an dieses thema ja gar nicht ran.

ihr beide solltet froh sein

und dem FSM auf Knien danken, daß eure Kinder keine der angesprochenen Stoffwechselstörungen et al hatten. Sonst wäre die nämlich uU schwer behindert und das alles hätte mit einem läppischen Fersenstich und anschließender Analyse des Blutes vermieden werden können.

läppischer Fersenstich

durch das Blutabzapfen alleine wurde noch keiner geheilt. Das Problem ist nicht der läppische Fersenstich, sondern die Therapie (falls überhaupt eine existiert) kann sehr belastend sein.

Try the disease!

Ich empfehle

den Rest des Satzes auch zu lesen.
Belastende Therapie - wie würden Sie, im Falle von PKU entscheiden? Solche Aussagen sind misanthroper Zynismus pur.

Auf Krankheiten, die nicht therapiert werden können, wird gar nicht getestet.

Es geht darum, dass...

...Frau fertigprodukt aka contains sugar aka presonic das gottgegebene Recht der Eltern verteidigt, ihre Kinder nicht gemäß neuesten Medizinischen Erkenntnissen behandeln zu lassen, sondern nach den Maßgaben anonymer Internetspinner, arbeitsloser Milchwirte und verurteilter Verbrecher.

sagt dir semmelweis was?
ich hab ja zum glück keine kinder und damit diese sorgen nicht....

Da liegt es an mir

dem FSM auf Knien zu danken.

Wieso Ihre kleine Semmelweis-Parabel...

...nicht für sondern gegen Ihre Positionen spricht, wurde Ihnen schon des Öfteren erklärt. Da Sie das ohnehin nicht kapieren, spare ich mir ein weiteres Mal.

P.S.: Nicht nur sie, sondern wir sehen es als Glück an, dass Sie keine Kinder haben.

Es gilt nach wie vor, dass die Erziehungsberechtigten über die Therapie entscheiden - und haben sind zum Glück intelligenter als Sie...

Führen'S schon wieder...

...Selbstgespräche?

dein uniformiertes ausgekotze

ist manchmal wirklich nur schwer zu ertragen. Dozentusmaximus könnte recht haben.
Was ist an Früherkennung, nach ein paar Tagen zu spät und vermeidbar so schwer zu verstehen?

Für uns Polysynaptiker gar nix....

Vielleicht möchten Sie sich zum Thema "angeborene Stoffwechselerkrankungen" informieren bevor sie wieder mal solche brain farts abdrücken. Diese Tests haben tausenden von Kindern massive Leiden und bleibende Störungen erspart. Wenn man angeborene Schilddrüsenunterfunktionen ein paar Wochen nach der Geburt entdeckt, ist es zu spät.

Und natürlich wird diese Untersuchung (derzeit auf 30 Krankheiten) schon jetzt im MKP eingetragen.

ohne wissen sinnloses posten

ich glaube bei ihnen wurde eine phenylketonurie übersehen...

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