Rauscherlebnis in der Felsspalte

16. Februar 2011, 17:45
  • Kletterer, der selbst Hand anlegt: James Franco in Danny Boyles 
Outdoor-Drama 
"127 Hours".
    foto: chuck zlotnick/ap

    Kletterer, der selbst Hand anlegt: James Franco in Danny Boyles Outdoor-Drama "127 Hours".

James Franco in Danny Boyles Outdoor-Drama "127 Hours" - und die weiteren Filmstarts der Woche

Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, und so ist der Sturz von Aron Ralston in eine Felsspalte mitten im Bluejohn Canyon in Utah besonders tief. Gerade noch hat er zwei Wanderinnen gewarnt, dass man hier besonders gut aufpassen müsse, doch selbst fühlt er sich unverwundbar. Nun steckt er am Grund des Canyons fest, und nach fünf von Durst und Halluzinationen geprägten Tagen bleibt ihm als einziger Ausweg, sich von seinem Unterarm zu trennen. Zu dumm, dass er sein Schweizermesser vergessen hat, denn mit dem verfluchten asiatischen Imitat ist dies eine langwierige Sache.

Nach dem Aufsteiger der Aussteiger: Wie schon Slumdog Millionaire zelebriert Danny Boyle auch 127 Hours mittels Split-Screens, rasender Kamerafahrten und satter Farben als visuelles Rauscherlebnis und hat für das auf einer wahren Begebenheit beruhende Outdoor-Kammerspiel in James Franco eine Idealbesetzung gefunden. Grimassierend, selbstironisch und bis zum Ende lakonische Kommentare in seine Videokamera faselnd, verliert der Extremist stellvertretend für seinen Regisseur nie den Blick fürs Wesentliche - die permanente Selbstvergewisserung.

Deshalb ist hier am Ende auch keineswegs die Wiedergeburt eines Mannes zu erleben, mit dem wir sein aufregendes Partyleben in Flashbacks teilen durften: Während der echte Aron Ralston behauptet, seither den Wert des Lebens begriffen zu haben, nimmt sein Imitator den Verlust des Arms auf die leichte Schulter.

Außerdem: Erwin Wagenhofers Flüchtlingsdrama Black Brown White (siehe Kritik), Colin Firth als stotternder König in The King's Speech (siehe Kritik), die Liebeskomödie Freundschaft Plus mit Natalie Portman und Ashton Kutcher, das neue Abenteuer von Hexe Lili - Die Reise nach Mandolan und die Slasher-Farce Tucker and Dale vs. Evil. (pek / DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2011)

Schon beim Lesen

verursacht diese Geschichte Gänsehaut! Denke mal, einer der Filme den man nicht auslassen sollte!
Große Story, großartiger Hauptdarsteller und Danny Boyle..spricht für sich selbst! Ab ins Kino!

Der Film ist Klasse

vor allem die letzten 10-15 Minuten.

du meinst,

jene szenen wo die leute immer aus dem kino flüchten? im flieger hast du wenigstens eine kotztüte...

bitte das tut schon in der vorstellung weh!

toller film

und vor allem tolle schauspielerische leistung.
hab den film auf dem flug von auckland nach la gesehen und bin echt beeindruckt. satter film...

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