Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Auch die Burger bedienen sich im Darmtrakt peristaltischer Fortbewegung
180 Tage an der Luft und am Ende optisch und olfaktorisch beinahe unverändert: das Experiment einer New Yorkerin ein Happy Meal von McDonald's unangetastet liegen zu lassen, sorgte für eine Überraschung. Weit weniger überraschend: im Körper sieht die Sache mit dem Burger anders aus. Zwei Monate dauert es angeblich bis ein Mensch einen Burger restlos im Körper verdaut, macht ein Mythos glauben. "Genauer Betrachtet" widmet sich dieses Mal dem Verdauungsvorgang.
Eine Woche Zerkleinerungsarbeit
Ein Mischmasch aus Chemie, Physik und Enzymen bewirkt das durchaus komplexe Verdauungsgeschehen, das in mühevoller Kleinarbeit für unsere Energiegewinnung sorgt. "Die maximale Transitzeit durch den Verdauungstrakt dauert rund 160 Stunden, also nicht mehr als eine Woche", klärt Gernot Faustmann vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Grazer Karl-Franzens-Universität auf. Für einen zwei-monatigen Verdauungsprozess eines Burgers gebe es daher keinerlei Anhaltspunkte.
Die so genannte Passagezeit von Lebensmitteln kann aber je nach Zusammensetzung der Speisen wesentlich variieren. "Die Verweildauer von Fetten, gefolgt von Proteinen und Kohlenhydraten, im Magen ist am längsten", so Faustmann. Die Transitzeit durch den Darm werde in erster Linie von Art und Menge unverdaulicher Nahrungsbestandteile (Ballaststoffe, Anm.) bestimmt.
Die Fortbewegung
Vorwärts kommt der Speisebrei mit Hilfe peristaltischer, also wellenförmiger, Bewegungen. Dabei wird er ständig mit Verdauungssekreten durchmischt: "Im Magen herrscht ein durch Salzsäure verursachtes, sehr saures Milieu, welches eine tragende Rolle in der Eiweißverdauung spielt", weiß Faustmann.
Der physikalische Weg
Die mechanische Zerkleinerung und die Durchmischung des Speisebreis mit Verdauungsenzymen beginnen bereits in der Mundhöhle. Nach dem Kauen geht es weiter über die Speiseröhre in den Magen, wo das Nahrungsgemisch - je nach Art - ein bis acht Stunden bleibt. Das gebratene Fleisch eines Burgers kann bis zu sechs Stunden Aufenthalt im Magen benötigen, Reis oder Brot aber nur rund zwei Stunden.
Der Mageninhalt wandert dann durch den Dünndarm weiter - mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas mehr als einem Zentimeter pro Minute braucht er dafür etwa sieben bis neun Stunden. Für den darauffolgenden Dickdarm benötigt die Nahrung 25 bis 30 Stunden. Relativ stark schwankt die Verweildauer des Stuhls im Enddarm: zwischen 20 und 120 Stunden.
Nährstoff-Aufnahme ins Blut
Der Hauptort der Verdauung ist allerdings der Dünndarm: im oberen Abschnitt werden dort Bauchspeichel und Gallensalze abgegeben. "Nun sind die Nährstoffe zur Aufnahme ins Blut (Proteine, Kohlenhydrate, wasserlösliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) und in die Lymphe (Fette und Fettbegleitstoffe wie z.B. fettlösliche Vitamine) bereit", erläutert die Grazer Humanmedizinerin Brigitte Winklhofer-Roob, Leiterin des Human Nutrition & Metabolism Research and Training Centers an der Karl-Franzens-Universität.
Unverdauliche Überreste wandern in den Dickdarm, wo ein teilweiser bakterieller Abbau stattfindet und der Speisebrei durch Wasserentzug eingedickt wird. Der nun übrige Rest wird als Stuhl ausgeschieden.
Was die Verdauung beeinflusst
Nicht jeder Mensch verdaut allerdings gleich: "Natürlich gibt es eine normale biologische Variabilität der gastrointestinalen Transitzeit, welche von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. In einem gewissen Ausmaß ist diese Variabilität gewiss genetisch determiniert", so Winklhofer-Roob. Es werde angenommen, dass hormonelle Unterschiede zwischen Mann und Frau die Motilität (Bewegungsfähigkeit, Anm.) der gastrointestinalen Muskulatur beeinflussen können. Das könne unter anderem auch ein Grund dafür sein, dass Frauen häufiger von Obstipation betroffen sind als Männer.
"Die Annahme, dass weibliche Geschlechtshormone die Darmmotilität reduzieren, wird auch durch die Beobachtung bekräftigt, dass Frauen nach der Menopause eine kürzere und Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva verwenden, eine verlängerte gastrointestinale Transitzeit aufweisen", weiß die Humanmedizinerin. Körperliche Bewegung und die Psyche spielen zusätzlich eine Rolle. Auch die Nahrung selbst beeinflusst die Verdauung: Häufigkeit, Menge und Zusammensetzung sowie der Konsum von Kaffee und Alkohol tun ihr Weiteres. (mat, derStandard.at, 23.03.2011)
"Genauer Betrachtet" zum Thema Ernährung
Mit geschwollenen Beinen einschlafen, mit einer Schwellung am Arm aufwachen - Die Diagnose kann Thrombose oder Lymphödem lauten
Damit Arzneimittel so wirken, wie sie sollen, müssen einige Regeln beachtet werden
In Österreich leben Männer im Mittel rund sechs Jahre kürzer als Frauen. Hat das biologische Gründe oder ist das primär auf soziale Faktoren zurückzuführen?
Als Diätmittel sind die alkoholischen Getränke nicht geeignet - Die appetitanregende Wirkung von Bier und Wein ist physiologisch nicht erforscht
Die Blut-Hirn-Schranke wehrt sich erfolgreich gegen Medikamente - Forscher arbeiten daran, die natürliche Barriere zu umschiffen
Die wahrgenommene Kompetenz eines Arztes ist von der Kleidung unabhängig
Immer gerade sitzen ist schlecht für die Bandscheiben, weiß Ingrid Heiller von der Orthopädie in Speising
Sozialer Jetlag entsteht aus dem dauerhaften Widerstreit zwischen innerer Uhr und äußerer Zeitplanung - Geschätzte 80 Prozent der Bevölkerung leiden darunter
Das Wirtschaftsministerium sagt Nein - Kinder- und Jugendanwalt Anton Schmid ist gegenteiliger Ansicht
Von den weltweit etwa 270 Zimtarten sind in Europa nur zwei botanische Arten relevant - Sie unterscheiden sich in Geschmack und Cumaringehalt
45 Gramm gemahlene Muskatnuss kommen bei den "Nervenkeksen" der Hildegard von Bingen auf ein Kilogramm Mehl - Droht eine Muskatvergiftung?
Wir sollten aufs Klo gehen, sobald sich die Blase meldet. Wer den Harn zurückhält, riskiert eine Überdehnung der Blasenwand und damit ein Lazy-Bladder-Syndrom
Andrea Bocelli, Ray Charles, Stevie Wonder: Viele blinde Menschen sind zu außergewöhnlichen musikalischen Leistungen fähig - aber hören Blinde tatsächlich besser?
Kann man mit der richtigen Ernährung eine Krebserkrankung therapieren? "Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis", sagt Johann Hammer, Leiter der Ernährungsmedizin am AKH Wien.
Die meisten Menschen haben das Gefühl, dass mit zunehmendem Alter die Zeit immer schneller vergeht. Warum ist das so?
Pestizide, Schimmelpilze und Terpene haben den Christbaum in Verruf gebracht - Nur beim Verzehr mehrerer Kilogramm Nadeln wird er zur Gesundheitsgefahr
Vitamin C kann, entgegen dem weit verbreiteten Glauben, Erkältungskrankheiten nicht verhindern, weiß der Ernährungswissenschaftler Karl-Heinz Wagner
Eine Fettschicht hält uns im kalten Wasser länger warm - Ob das auch auf winterliche Außentemperaturen zutrifft, weiß Cem Ekmekcioglu vom Institut für Umwelthygiene
Warum diese Botschaft umstritten ist und wie sehr Reiztherapie und immunstimulierende Mittel helfen
Was in einen Punsch hineinkommt, bleibt in Österreich den Herstellern überlassen - Wahrheitsgehalt und Hygiene werden regelmäßig überprüft
Jugendliche klagen über Müdigkeit und Schlafstörungen - Hilft ein späterer Schulbeginn?
Befürworter propagieren die immunstärkende Spritze als schonende Impf-Alternative - Wirkungsstudien gibt es keine
Einen Flug Richtung Westen verkraften der menschliche Organismus und seine innere Uhr relativ gut
"Im Herbst verliert man viel mehr Haare. Auch meine 16-jährige Katze haart sich schon seit Tagen", heißt es in einem Forum - Brauchen wir Menschen ein Winterfell?, fragen wir die Dermatologin Daisy Kopera
Männliche Mamillen besitzen keine biologische Funktion - Ein Selektionsnachteil ist das für die Träger aber nicht
dann ist der am nächsten Tag wieder draußen! Wo soll sich der denn eine Woche lang halten? So ein Unsinn. Ausserdem, wenn einer 5 Tage nicht am Topf geht, dann tut der mir leid. Pflanzliche Kräuter. Na no na ned: schon einmal was von tierischen Kräutern gehört?
ist das ein tippfehler? 16 stunden klingen realistisch. mittags gegessen, am nächsten morgen ausgeschieden.
allerdings finde ich die durschnittsgeschwindigkeit von 1cm pro minute witzig. stellt euch vor, man würde das spüren, wenn sich die nahrung in die kurve legt... :o)
wirkt sich alkohol und kaffee jetzt also positiv auf die Verdauungstätigkeit aus?
ich trinke jeden morgen 2-4 EL verdünnten apfelessig....seitdem, kommt mir vor, verdaut sichs viel schneller und besser....!
und stimmt die regel, wenn man jeden bissen etwa 30 mal kaut, das besser für den Verdauungsprozess sein soll?!
gesunde ernährung in kombination mit allen 2 tagen 30-60 minuten bewegung an der frischen luft, so lässt sichs leben (verdauen)....
btw.: Wenn man selbst ein Burger-Brötchen selbst aus lauter Bio-Zutaten herstellt, sich frisches Faschiertes aus Biofleisch besorgt und ohne weitere Zutaten brät, und daraus einen Burger ohne weitere Zutaten bastelt und diesen stehen lässt, dann passiert gar nichts, außer dass der Burger vertrocknet.
Der Grund: Mikroorganismen benötigen für das Wachstum eine bestimmte Menge Feuchtigkeit, die in dem Burger einfach nicht vorhanden ist.
Hätte die Dame einen Original-Burger verwendet, mit Mayo und Ketchup und Gurkerl usw, hätte dieses Experiment vermutlich nicht funktioniert.
Aber alles was sich gegen McD richtet, wir nicht hinterfragt und begeistert aufgenommen...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.