"Dutzende" Geldwäsche-Verdachtsfälle bei Hypo in Slowenien

16. Februar 2011, 16:09
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Ljubljana - Eine Woche nach der überraschenden Ablösung der gesamten Chefetage bei der slowenischen Tochter der Hypo Alpe Adria Bank kommt langsam Licht ins Dunkel um die möglichen Verfehlungen der Bankmanager. Die staatliche Behörde zur Verhinderung von Geldwäsche hat in den vergangenen Jahren in "Dutzenden" Fällen gegen die Bank ermittelt, wie die slowenische Tageszeitung "Dnevnik" unter Berufung auf die Behörde berichtete.

Das Anti-Geldwäsche-Amt habe "zahlreiche verdächtige Transaktionen" auf Hypo-Konten festgestellt. Den zuständigen Behörden - Polizei, Staatsanwaltschaft und Finanzverwaltung - habe man daraufhin "Dutzende Mitteilungen" zukommen lassen. In einigen Fällen sei es auch um verdächtige Kontobewegungen zu Steueroasen gegangen.

Auf die Frage, warum die slowenischen Behörden bisher keine Verfolgungshandlungen gesetzt hätten, nannten die Geldwäsche-Bekämpfer ausdrücklich die Notenbank, weil diese "primär" für die Bankenaufsicht und die Umsetzung des Gesetzes zur Verhinderung von Geldwäsche zuständig sei.

Indiz für Untätigkeit

Als Indiz für die Untätigkeit der slowenischen Behörden wird auch das Vorgehen der Hypo-Zentrale in Klagenfurt gesehen, die die Bankführung am vergangenen Mittwoch im Handstreich neu besetzte.

Ex-Wirtschaftsminister Matej Lahovnik wies am Montag in einem Fernsehinterview darauf hin, dass bei der Absetzung der Bankführung sogar österreichische Sicherheitsleute anwesend gewesen seien, obwohl dies eigentlich nicht erlaubt sei.

"Sie vertrauen den slowenischen Institutionen nicht und haben daher nicht einmal versucht, alle erforderlichen Genehmigungen zu bekommen, weil sie befürchteten, dass die Mitglieder des - nun schon ehemaligen - Vorstands im Voraus informiert worden wären", sagte Lahovnik. Er hatte im Vorjahr wegen einer Korruptionsaffäre um den Chef der zweitgrößten Regierungspartei "Zares" ("Fürwahr"), Gregor Golobic, das Handtuch geworfen. Mittlerweile ist er einer der populärsten Politiker des Landes. Lahovnik kritisiert, dass die Strafverfolgungsbehörden im Fall Hypo zu langsam vorgehen.

Die slowenische Polizei hatte kürzlich bestätigt, dass im Fall Hypo Alpe Adria Bank mehrere strafrechtliche Ermittlungen laufen. Überprüft würden verdächtige Immobilien- und Finanztransaktionen in Slowenien und im Ausland. Die Staatsanwaltschaft Ljubljana teilte mit, dass am 28. Jänner ein Vorverfahren eröffnet worden sei. Notenbank-Gouverneur Marko Kranjec sieht keine Versäumnisse seinerseits. Die Verfolgung von möglichen Straftaten sei Aufgabe der zuständigen Organe, während die Notenbank vor allem die Liquidität der Bank im Auge habe. Diesbezüglich gebe es derzeit keine Probleme, betonte er. (APA)

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