Dem "Sitzenbleiben" geht es an den Kragen

16. Februar 2011, 16:01
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Schmied: Ab 2012 Umstellung auf Kurssystem in Oberstufe, vor allem in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen - Stufenplan für insgesamt 800 Standorte

Wien - An der Einführung eines Kurssystems vor allem in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen an der AHS-Oberstufe bzw. an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) führt für Unterrichtsministerin Claudia Schmied "kein Weg vorbei". Als realistischen Zeitpunkt für den Beginn einer Umstellung nannte sie gegenüber der APA 2012, für alle 800 Standorte benötige es einen Stufenplan.

Das Sitzenbleiben hat für Schmied, wie in der aktuellen EU-Studie zum Thema angesprochen, "sehr viel mit Schulkultur zu tun und ist nicht unbedingt mit Leistung in Verbindung zu bringen. Die These, dass Sitzenbleiben ein Instrument zur Leistungssteigerung ist, ist nicht haltbar."

Da Klassenwiederholungen in Österreich vor allem an den Oberstufenschulen verbreitet sind, gelte es vor allem hier anzusetzen, so Schmied. Daher liefen im Ministerium intensive Arbeiten dazu. Für die Umstellung würden die Erfahrungen der derzeit laufenden Schulversuche zum Kurssystem sowie aus dem Abendschulbereich, der bis 2012 komplett umgewandelt wird, herangezogen.

Noch nicht mit ÖVP besprochen

Mit VP-Bildungssprecher Werner Amon sowie Wissenschaftsministerin Beatrix Karl müsse sie noch sprechen, betonte Schmied. Die Umwandlung auf ein Kurssystem sei aber eine Forderung im kürzlich präsentierten VP-Bildungskonzept.

Im Volksschul- bzw. vor allem im Bereich der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe/Hauptschule/Neue Mittelschule) setzt Schmied vor allem auf die Bildungsstandards und eine "Konzentration auf eine neue Lernkultur" etwa durch die Neuen Mittelschulen (NMS) zur Verhinderung des Sitzenbleibens. Das stärkere Abstellen auf die individuellen Neigungen eines Schülers soll auch zu einer Verbesserung in den Grundkompetenzen führen.

Grüne fürchten neuerliche Ankündigung ohne Substanz

Der grüne Bildungssprecher Harald Walser erinnert daran, dass Schmied noch im Budgetausschuss am 16. Dezember behauptete, es gebe keinen Zusammenhang zwischen einem Kurssystem in der Oberstufe und dem Sitzenbleiben. Damit habe sie damals die Budgetkürzungen im Bereich Modulare Oberstufe gerechtfertigt.

Wenn die Ministerin jetzt eine modulare Oberstufe ab 2012 ankündige, "klingt das leider wieder nach einer Schmiedschen Ankündigung ohne Substanz", fürchtet Walser. "Wenn sie aber rasch konkrete Maßnahmen oder einen Aktionsplan vorlegt, dann soll es mir recht sein. Denn zum Wohl unserer Jugendlichen ist diese Maßnahme nämlich längst überfällig." (APA/red)

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