Voest: Analysten sehen kräftiges Ergebnisplus

16. Februar 2011, 15:48
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Wien - Die Analysten heimischer und internationaler Banken prognostizieren starke Quartalszahlen für den Linzer Stahlkonzern voestalpine. Nach dem Krisenjahr 2009/10 werden für die am Freitag anstehenden Drittquartalszahlen des Industrieschwergewichts kräftige Anstiege sowohl bei den Umsätzen als auch auf operativer Ebene erwartet.

Die Raiffeisen Centrobank (RCB) sieht eine fortlaufende Verbesserung in nahezu allen Geschäftsbereichen. Schon das zweite Quartal sei außerordentlich stark gewesen, der Aufwärtstrend setze sich auch im dritten Jahresviertel fort, kommentieren die RCB-Analysten. Unterstützend hätten auch moderate Preise für Eisenerz und Kokskohle gewirkt. Zudem gestalte sich die Situation der Endabnehmer, wie Daimler oder VW, derzeit positiv.

Sehr optimistisch zeigt sich auch die Citigroup für die anstehende Quartalsbilanz. "Wir berechnen ein 13 Prozent höheres Betriebsergebnis als der Konsensus, angetrieben durch das Segment Bahnsysteme und höhere Preise bei Spezialstahl", schreiben die Citigroup-Analysten. Die Spezialisten der Schweizer Credit Suisse erwarten eine "robuste Entwicklung in all jenen Divisionen, die nahe der Kapazitätsauslastung produzieren".

Dem Erste Group-Experten Franz Hörl zufolge hat sich das Preisniveau und die Kostenseite in der Stahldivision ähnlich wie im Vorquartal entwickelt. Das verbesserte Ergebnis sollte somit vor allem durch die verkaufte Menge begründet sein. Einerseits nennt Hörl saisonale Gründe, andererseits sei aus dem deutschen Automobilsektor eine starke Nachfrage nach Flachstahlprodukten, wie eben Autobleche, zu verzeichnen.

Im Spezialstahlbereich, also bei der "Böhler-Uddeholm, oder was noch davon übrig ist, dürfte sich die Situation nach einigen Umgliederungen ebenfalls verbessert haben", glaubt der Erste Group-Analyst. Die konjunkturelle Erholung hat zu einer Trendwende im Maschinenbausektor geführt. Böhler profitiere davon erstrangig von der Produktion von Werkzeugstahl. In der Division "Bahnsysteme" sieht Hörl gerade kleinere Produktbereiche, wie Spezialdraht und Nahtlosrohre als Treiber im abgelaufenen Quartal.

Konkret rechnen die Experten von Erste Group, Raiffeisen Centrobank, UniCredit und Citigroup in einer APA-Konsensusprognose in den ersten drei Quartalen mit Umsätzen von 7,93 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum wurden 6,23 Mrd. Euro eingenommen, was einem Umsatzwachstum von mehr als einem Viertel entspricht. Auf operativer Seite dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 65 Prozent zugenommen haben. Hier erwarten die Experten im Schnitt gut 1,1 Mrd. Euro.

Beim Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sehen die Analysten einen Überschuss von 648,5 Mio. Euro nach 178,4 Mio. in der Vorjahresperiode. Das entspricht einem kräftigen Anstieg von 263 Prozent. Unterm Strich wird ein Gewinn von 345,3 Mio. Euro nach Minderheitsanteilen prognostiziert. Somit sollte sich der Reingewinn mehr als versiebenfachen.

Beim Ausblick sehen die Experten der Credit Suisse eine positive fundamentale Entwicklung des Stahlmarktes bis Mitte 2012. Dies dürfte die Stahlpreise weiterhin unterstützen und in weiterer Folge die Bilanzen des heimischen Stahlkonzerns voestalpine aufbessern. (APA)

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