Chinas Energiehunger gefährdet Ölversorgung

16. Februar 2011, 13:44
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Wien - Der Energiekonzern Shell zeichnet ein düsteres Bild der künftigen Energieversorgung. "Wir sind der Auffassung, dass die Welt auf eine Zeit unstabiler Übergangsphasen und stärker ausgeprägter konjunktureller Zyklen zusteuert. Durch die Rezession wurde der starke Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise unterbrochen, aber er kann wiederkommen. Schwellenländer wie China und Indien machen eine Phase intensiver Entwicklungen durch. Ein enger zusammenrückender Markt wird weiterhin Druck auf Preise ausüben und zu Unstabilitäten führen", so Shell.

Wirtschaftswachstum

Zu merken sei eine grundlegende Veränderung bei der Nutzung von Energie. Schwellenländer geraten in die energieaufwendigste Phase ihres Wirtschaftswachstums, in der sie die Industrialisierung, den Städtebau, den Ausbau der Infrastruktur und die Nutzung von Transportmitteln vorantreiben. Der Nachfragedruck werde eine alternative Energieversorgung und eine höhere Effizienz bei der Energienutzung fördern. Dies werde allerdings wahrscheinlich nicht ausreichen, um die wachsenden Spannungen zwischen Angebot und Nachfrage vollständig auszugleichen. "Sofern die Schwellenländer den Entwicklungsmustern folgen, die aus der Geschichte bekannt sind, könnte der Grundbedarf an Energie bis 2050 auf das Dreifache des Werts von 2000 steigen", warnt Shell.

Und zieht folgendes Fazit: "Diese Kluft - der Bereich der Ungewissheit - muss durch eine Kombination einer außerordentlichen Mäßigung der Nachfrage und einer außergewöhnlichen Steigerung der Produktion geschlossen werden." Bis Ende des nächsten Jahrzehnts werde die Förderung von leicht zugänglichem Öl und Gas nicht mehr die prognostizierte Steigerung der Nachfrage abdecken können. "Obwohl in vielen Teilen der Welt reiche Kohlevorkommen vorhanden sind, setzen Probleme des Transports und der Umweltbeeinträchtigung dem Wachstum eine endgültige Grenze", so Shell.

Düster ist auch das Bild, das Shell von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise skizziert: "Die globale Wirtschaftskrise ging einher mit einer geopolitischen und wirtschaftlichen Machtverschiebung von Westen nach Osten. Diese entscheidende Änderung hat Auswirkungen auf das globale wirtschaftliche und politische System. Die Änderungen sind gradueller Art. Ihre Konsequenzen hingegen reichen weit. Die Wirtschaftskrise im Westen kann diesen Trend beschleunigen. Es ist möglich, dass künftige Generationen das Jahr 2008 als einen Wendepunkt betrachten. Die Welt steht vor einer Zeit globaler politischer Unsicherheit. Strategische Konfliktlinien zeichnen sich ab. Aufstrebende Mächte machen zunehmend und zuversichtlich das geltend, was sie als ihre nationalen Interessen ansehen. Dieser Prozess unterhöhlt die globalen Mechanismen der kollektiven Sicherheit." (APA)

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