Deutsche-Börse-Betriebsrat befürchtet Einschnitte

16. Februar 2011, 13:28
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Frankfurt - Nach der Einigung auf eine Fusion der Börsen von Frankfurt und New York wächst bei der Belegschaft der Deutschen Börse die Sorge vor Einschnitten. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Johannes Witt zeigte sich am Mittwoch überzeugt: "Dieser Zusammenschluss geht zulasten der Mitarbeiter."

Witt, der auch im Aufsichtsrat des Dax-Konzerns sitzt, sagte der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt: "Vor allem die Mitarbeiter in der IT in Frankfurt und Luxemburg sind gefährdet." Die Sparte soll künftig von Paris aus geführt werden. Für den Bereich arbeiten etwa 1000 Mitarbeiter der Deutschen Börse in Frankfurt und Luxemburg.

Am Dienstag hatten die Aufsichtsgremien von Deutscher Börse und NYSE Euronext grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben. Die Konzernchefs betonten anschließend in einer gemeinsamen Pressekonferenz, es gehe um eine Fusion auf Augenhöhe. Chef (CEO) des Gemeinschaftsunternehmens soll der derzeitige NYSE Euronext-Chef Duncan Niederauer werden, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Reto Francioni, wird den Verwaltungsrat führen.

"Das beschworene Gleichgewicht zwischen den beiden Unternehmen wird nicht lange Bestand haben", sagte Witt. "Am Ende wird einer das Übergewicht haben - und die Befürchtung ist, dass das doch New York sein wird: Der CEO steuert das operative Geschäft, die Aktionärsstruktur ist schon jetzt sehr anglo-amerikanisch."

Die Deutsche Börse AG ist schon lang fest in ausländischer Hand. Fast zwei Drittel der Anteile werden von Investoren aus den USA und Großbritannien gehalten. Die NYSE Euronext, die als amerikanisch-europäisches Unternehmen 2006 entstand, befindet sich fest in US-amerikanischer Hand.

Insgesamt hält Witt den Börsengiganten, der nun geschmiedet werden soll, für zu unflexibel. "Ein solches Unternehmen ist viel zu komplex. Die Deutsche Börse in ihrer jetzigen Form hat schon genug Probleme, ihr integriertes Geschäftsmodell voll auszuschöpfen. Nun wird der Umsatz verdoppelt, aber die Probleme werden zugleich potenziert." Das Unternehmen werde "lange mit sich selbst beschäftigt sein und nicht so flexibel reagieren können wie der Markt und die Kunden das erwarten. Ein so großes Unternehmen ist unbeweglich statt flexibel", urteilte Witt. (APA)

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