Nokia-Aktie stabilisiert sich nach Microsoft-Deal

16. Februar 2011, 12:58
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Den letzten Höhenflug hatte die Aktie zum Jahresende 2007

Die Aktie des ehemaligen IT-Liebkinds Nokia hat sich nach einem Absturz in den vergangenen vier Tagen seit gestern wieder auf tiefem Niveau stabilisiert. Mittwochmittag lag die Aktie bei 6,80 Euro, ein Plus von 1,57 Prozent gegenüber dem Vortag. Für Untergangsstimmung gibt es aber keinen Grund, der Kurs war schließlich schon einmal schlechter. Im Sommer 2009 fiel die Nokia-Aktie auf 6,61 Euro, nachdem die Finnen ernüchternde Bilanzzahlen bekanntgeben mussten. Nun stehen bei Finnlands wichtigsten Industriebetrieb sogar Kündigungen im Raum, die Gewerkschaft sieht bis zu 5.000 Jobs in Gefahr.

Talfahrt

Den letzten Höhenflug hatte die Aktie zum Jahresende 2007. Von da an ging es bis zum März 2009 kontinuierlich bergab. Seitdem dümpelt die Aktie unter 10 Euro je Stück herum. Dabei war die Aktie vor zehn Jahren noch über 60 Euro wert. Auslöser für den jüngsten Kurssturz war die Bekanntgabe der Kooperation mit dem Softwarekonzern Microsoft. Künftig werden die Nokia-Smartphones nicht mehr mit dem finnischen Betriebssystem Symbian, sondern mit Windows Phone 7 von Microsoft ausgeliefert. Beide Konzerne hatten den Trend hin zu High End-Handys samt dem riesigen Markt für Softwareanwendungen, sogenannte Apps, verschlafen. Zu Monatsbeginn, als die Kooperationspläne noch nicht bekannt waren, legte die Aktie noch einmal um vier Prozent auf 8,17 Euro zu.

Riesen können stürzen

Der neue Nokia-Chef Stephen Elop konnte zuletzt auch nicht mit der Nachricht gegensteuern, dass die US-Amerikaner Milliarden für die Kooperation locker machen. Vielmehr haben sich die Analysten genaue Zeitpläne für die neuen Nokia/Microsoft-Handys und konkrete Einsparungspläne erwartet. Und hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass auch ein Riese wie Nokia stürzen kann - siehe Siemens, das die Handyproduktion vor vielen Jahren einstellen musste. (APA)

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