Leopold-Lucas-Preis an Avishai Margalit

16. Februar 2011, 12:43
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Israelischer Sozialphilosoph setzt sich für "anständige Gesellschaft" ein

Tübingen - Der israelische Sozialphilosoph Avishai Margalit erhält in diesem Jahr den mit 50.000 Euro dotierten Leopold-Lucas-Preis. Die Auszeichnung der Universität Tübingen ist einer der höchstdotierten Preise für Geisteswissenschafter in Deutschland. Der 1939 geborene Wissenschafter habe mit seinen Überlegungen zu einer "anständigen Gesellschaft" immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, den Fundamentalismus zu überwinden, lobte die Jury in einer Mitteilung vom Mittwoch. Er sei ein einflussreicher Mahner mit seinem Anliegen, dass Politiker und Staatslenker alle Menschen mit Würde behandeln müssten.

Der Leopold-Lucas-Preis wird jährlich für Leistungen auf dem Gebiet der Theologie, der Geistesgeschichte und der Philosophie verliehen. Er erinnert an den jüdischen Religionswissenschaftler Leopold Lucas, der in Tübingen promovierte und im Konzentrationslager Theresienstadt umgebracht wurde. Der Preis wurde zu Lucas' 100. Geburtstag im Jahr 1972 von seinem Sohn gestiftet. Unter den bisherigen Preisträgern waren der katholische Theologe Karl Rahner und der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper. (APA/dpa)

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