Vorarlberger Pinto ist insolvent

16. Februar 2011, 12:39
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Hohe Auslandsinvestitionen führten zu "finanziellem Desaster"

Bregenz - Über das Vermögen des Vorarlberger Großhandelsunternehmens "Pinto A. Mutschler Import-Export Gesellschaft m.b.H." mit Hauptsitz in Hohenems (Bezirk Dornbirn) ist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Laut Angaben des KSV stehen rund 6 Mio. Euro Schulden Aktiva in Höhe von 4,4 Mio. Euro gegenüber. Der Masseverwalter werde umgehend prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens möglich ist.

Die 1982 gegründete Firma ist mit vier Dienstnehmern im Bereich Import, Export und Transithandel mit Tiefkühlobst, Frischgemüse und Trockenfrüchten tätig. Laut Angaben auf der Firmenhomepage zählt "Pinto" zu den größten Zulieferern der europäischen Konservenindustrie bei Gurken und Cornichons mit Jahresmengen von rund 12.000 Tonnen. Ein weiterer Hauptartikel seien Walnusskerne, die teilweise aus eigenem Bio-Anbau aus Kirgistan stammen und in Moldawien aufbereitet und sortiert werden.

Von 2005 bis 2008 wurden Tochterfirmen in Polen und Moldawien gegründet, dafür seien hohe Investitionen erforderlich gewesen, gab "Pinto" gegenüber dem KSV an. Aufgrund von "Ungereimtheiten" bei der polnischen Geschäftsführung hätten sich diese Geschäfte in der Folge zu einem "finanziellen Desaster" entwickelt. Diesbezüglich seien mehrere Verfahren gegen den damaligen Geschäftsführer und die polnischen Finanzbehörden anhängig, hieß es in der Mitteilung des KSV weiter. Allein diese Verfahren hätten in den vergangenen beiden Jahren mehr als 200.000 Euro verschlungen. Zudem sei ein Darlehen unerwartet fällig gestellt worden, begründete das Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit. (APA)

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