Quote voraussichtlich bei rund fünf Prozent

16. Februar 2011, 12:18
posten

Wien - Von der einst stolzen Anlagenbausparte des A-Tec-Konzerns, AE&E, bleibt im laufenden Insolvenzverfahren für die Gläubiger nur mehr sehr wenig übrig: Gläubigersprecher Hans-Georg Kantner rechnet auf Basis des am Mittwoch vorgestellten Berichts des Masseverwalters damit, dass eine Quote von nur 5 Prozent erzielt werden kann. In diese Rechnung noch nicht eingeflossen sind rund 500 Mio. Euro Forderungen, die zum Teil noch anerkannt werden könnten.

Am Mittwoch fand vor dem Wiener Handelsgericht eine Gläubiger- und Berichtstagsatzung der AE&E Group GmbH statt. Es handelt sich dabei um die Holding der Anlagenbaudivision, die bis zur Pleite rund 60 Prozent des Umsatzes der A-Tec gemacht hat. Das Unternehmen befindet sich mittlerweile in einem Konkursverfahren, von der ursprünglich angestrebten Quote von 20 Prozent kann laut Aussagen des Masseverwalters Stephan Riel keine Rede mehr sein. Laut dem von Riel vorgelegten Bericht sind bisher 1,02 Mrd. Euro an Forderungen angemeldet worden, von denen 524 Mio. Euro anerkannt wurden.

Die restlichen (noch) nicht anerkannten Forderungen stammen unter anderem von der spanischen Industrieholding SEPI, die von AE&E Group, AE&E KG und A-Tec zusammen 137 Mio. Euro will. Die Forderungen gehen auf den Kauf der spanischen Babcock durch die A-Tec zurück. Dazu wurden Ansprüche aus einem australischen Projekt in Höhe von 255 Mio. Euro angemeldet.

Bisher hat Riel durch den Verkauf zweier indischer und eines kroatischen Unternehmens rund 35 Mio. Euro netto erlöst, was Kantner gegenüber der APA als "ausgesprochen erfolgreich" wertete. "Vorbehaltlich eventueller Anfechtungen dürfte es sich dabei um das Realisat handeln, mit dem wir rechnen können. Viel mehr würde ich nicht erwarten", sagte Kantner. Nach Abzug der Kosten sei eine "5-prozentige Quote realistisch". Fraglich sei noch, ob weitere Forderungen anerkannt werden müssen.

Für Kantner, der als Manager des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV) 46 Gläubiger vertritt, hat die endgültige Klärung der bisher nicht anerkannten Forderungen Priorität. Danach werde sich der Masseverwalter wohl den anfechtbaren Rechtsgeschäften widmen. Kantner erwartet sich für die A-Tec aus dem AE&E-Konkurs "kaum mehr etwas".

Insgesamt haben 102 Dienstnehmer und weitere 102 sonstige Gläubiger Ansprüche angemeldet. Die Forderungen der Banken schätzt Kantner größenordungsmäßig auf rund 400 Mio. Euro. Zu den großen Bankgläubigern zählen laut Medienberichten die deutsche Commerzbank und die Erste Bank. Die ebenfalls insolvente, von Andritz übernommene Tochterfirma AE&E Raaba ("AE&E KG") hat rund 74 Mio. Euro angemeldet.

Insolvenzauslöser der AE&E sowie des gesamten A-Tec-Konzerns waren im Herbst vergangenen Jahres zwei große Kraftwerksprojekte in Australien, die einen hohen zweistelligen Millionenverlust verursacht haben. (APA)

Share if you care.