Zahl der offenen Stellen deutlich gestiegen

16. Februar 2011, 11:38
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Wien - Die Zahl der offenen Stellen hat sich im vierten Quartal 2010 deutlich erhöht. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres davor erhöhten sich die ausgeschriebenen Jobangebote um 64 Prozent auf 78.900. Besonders gefragt waren Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich - rund zwei Drittel der angebotenen Arbeitsplätze (49.500) fielen auf diesen Sektor, wie die Statistik Austria am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.

Wesentlich geringer war das Angebot im produzierenden Gewerbe und im öffentlichen Bereich, wo nur 18.400 bzw. 11.000 Stellen ausgeschrieben wurden. Nicht einmal die Hälfte aller Jobs (knapp 40 Prozent) waren dem Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet.

Im Gesamtjahresdurchschnitt stieg das Jobangebot 2010 gegenüber 2009 um 31 Prozent auf 69.100. Die meisten Angebote gab es im Dienstleistungsbereich und im Verkauf (25,7 Prozent), für Techniker (20 Prozent) und für Handwerker (15,2 Prozent).

Maturaniveau war nur für jede zehnte Stelle erforderlich. Für knapp ein Drittel (32 Prozent) der Jobs war ein Lehrabschluss verlangt. Beim Großteil der Arbeitsplätze (41 Prozent) war keinerlei Mindestqualifikation nötig.

Das voraussichtliche Bruttoeinkommen lag bei mehr als der Hälfte der offenen Stellen unter 1.700 Euro, bei 23 Prozent zwischen 1.700 und 2.400 Euro. Bei den ausgeschriebenen Stellen handelte es sich vorwiegend (zu 78 Prozent) um Vollzeitjobs.

Aufschwung in Deutschland

Dank des Aufschwungs ist die Zahl der offenen Stellen auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt Ende 2010 um ein Viertel auf rund eine Million gestiegen. Im Westen gab es im vierten Quartal rund 850.000 vakante Posten, im Osten knapp 150.000, wie das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Mittwoch mitteilte. Im Westen lag der Anstieg binnen Jahresfrist bei 29 Prozent, im Osten hingegen nur bei sieben Prozent.

"Aufgrund der geringeren Exportabhängigkeit der ostdeutschen Wirtschaft hatte die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise hier zu weniger starken Einbrüchen bei der Zahl der offenen Stellen geführt", erläuterte IAB-Arbeitsmarktexpertin Anja Kettner. Zugleich profitiere der Osten nun auch nicht so stark von der wirtschaftlichen Erholung, so dass sich der Arbeitskräftebedarf nur leicht erhöhe.

Das IAB erfasst viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2010 waren der Bundesagentur für Arbeit rund 390.000 Stellen und damit 39 Prozent aller Stellenangebote gemeldet.

Der deutsche Arbeitsmarkt war sehr glimpflich durch die Krise gekommen, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und andere Experte sprechen deshalb sogar vom "deutschen Jobwunder". Die meisten Firmen konnten dank Kurzarbeit, Zeitarbeit und mittels Arbeitszeitkonten Massenentlassungen in der Rezession verhindern. Aus einer DIHK-Umfrage unter 28.000 Unternehmen ging jüngst hervor, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr mehr investieren und rund 300.000 neue Jobs schaffen will. (APA)

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