Mehrere Verletzte durch giftige Chemikalie

16. Februar 2011, 08:51
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Staplerfahrer in Hessen beschädigte Fass mit Thiophenol

Mehrere Menschen sind in der Nacht auf Mittwoch bei einem Arbeitsunfall im deutschen Homberg/Efze (Hessen) durch austretende giftige Dämpfe verletzt worden. Nach Polizeiangaben mussten unmittelbar nach dem Unfall mindestens 16 Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden. Die genaue Schwere der Verletzungen war am Mittwochmorgen noch nicht absehbar, weil die Wirkung der ausgetretenen Chemikalie Thiophenol erst abgewartet werden müsse, erklärte ein Polizeisprecher. Am Mittwoch ist die Zahl der Verletzten auf 53 gestiegen. Es seien weitere Feuerwehrleute hinzugekommen, die über Nacht ins Krankenhaus mussten, berichtete die Polizei am Donnerstag. Die

Um das Industriegebiet der Kleinstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis herum wurden mehrere Dekontaminationsstellen eingerichtet. Zehn Notärzte und eine Hundertschaft vom Rettungsdienst kümmerten sich um etwa 150 Menschen, die die Gase eingeatmet hatten. Darunter waren auch 100 Mitarbeiter einer Logistikfirma, auf deren Areal die hochgiftige farblose Flüssigkeit gegen 01.00 Uhr in der Nacht ausgelaufen war.

Mit Stapler 200-Liter-Fass angebohrt

Wohl aus Unachtsamkeit hatte ein Gabelstaplerfahrer ein 200-Liter-Fass mit der giftigen Flüssigkeit in der Nacht beschädigt, dabei wurden etwa 30 Liter der Chemikalie Thiophenol freigesetzt. Die mit schwerem Gerät und Atemschutzmasken angerückten Feuerwehrmänner sicherten das beschädigte Fass in der Früh und versuchten gleichzeitig, die Ausbreitung des Gases möglichst rasch einzudämmen.

Zur Dekontamination mussten die 150 Menschen ihre Kleidung abgeben, sie bekamen nach einer Dusche neue Trainingsanzüge zum Anziehen. Zwischenzeitlich durfte niemand das Industriegebiet verlassen. Nach der Alarmierung wurden alle Feuerwehren des Landkreises und die Einheiten umliegender Regionen herbeigerufen. Mit Lautsprecherdurchsagen wurden die Homberger Bürger gewarnt. Nach ersten Messungen bestand für die Stadt und ihre gut 14.000 Einwohner selbst keine Gefahr, hieß es am Mittwochmorgen. (APA)

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