Polizei beschlagnahmt "Kriegsmaterial" aus US-Militärmaschine

15. Februar 2011, 22:54
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Lieferung soll für Lehrgang über Geiselbefreiung bestimmt gewesen sein - diplomatische Verstimmung

Buenos Aires - Die Beziehungen zwischen Argentinien und den USA werden zunehmend von einem Streit über die Lieferung von Kriegsmaterial und Kommunikationstechnologie belastet. Das Material war an Bord einer US-Militärmaschine in Buenos Aires angekommen, dann aber von den argentinischen Behörden beschlagnahmt worden. Die für einen Lehrgang über Geiselbefreiung mit der argentinischen Polizei vorgesehenen Ausrüstungsgegenstände hätten nicht auf der Transportliste gestanden, betonte Kabinettschef Anibal Fernandez am Dienstag. Argentinien fordert eine offizielle Erklärung von der US-Regierung.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind getrübt, als klar wurde, dass US-Präsident Barack Obama bei einer in Kürze beginnenden Lateinamerika-Rundreise nicht nach Argentinien kommen würde. Der Ton des Streits wird zunehmend schärfer.

Den Lateinamerikabeauftragten des US-Außenministeriums, Arturo Valenzuela, bezichtigte Fernandez der "Lüge", wenn jener behaupte, die Ausrüstungsgegenstände seien alle in Argentinien angemeldet und die Einfuhr genehmigt worden. Wenn Argentinier mit so einem Material versucht hätten, in die USA einzureisen, wären sie in "orangefarbenen Anzügen in Guantanamo" gelandet, sagte der Kabinettschef. Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner rief angesichts des Streits sogar dazu auf, "die nationale Souveränität" zu verteidigen.

Auch Washington verschärfte den Ton. "Es handelt sich um einen Zwischenfall, wie wir ihn noch mit keinem anderen Land erlebt haben", sagte der US-Diplomat Frank Mora argentinischen Medien.

Über die beschlagnahmte Ausrüstung muss jetzt ein argentinischer Richter entscheiden, der bereits Informationen von der US-Botschaft in Buenos Aires und von der argentinischen Regierung anforderte. (APA)

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    Cristina Fernandez de Kirchner ruft zur Verteidigung der nationalen Souveränität auf

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