Google: Hätten Android-Handys von Nokia geliebt

15. Februar 2011, 20:54
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Noch-CEO Eric Schmidt klärte auch über die Android-Releases Gingerbread und Honeycomb auf

Ein kurzer Blick auf den Mobile World Congress in Barcelona macht klar, dass die mobile Welt zum Spielplatz von Android geworden ist. Kaum ein Hersteller setzt nicht mehr auf Googles mobiles Betriebssystem, kaum ein Entwickler lässt die Plattform aus. Die Bedeutung des Systems für Google machte auch Noch-CEO Eric Schmidt, der das Ruder im April an larry Page übergibt, anlässlich seiner Keynote am zweiten Tag der Ausstellung deutlich. "Mobile First" heißt es laut Schmidt heute für Entwickler. "Mobile First" heißt es vor allem aber auch für Google.

Information für die Massen

Täglich werden mittlerweile über 300.000 Android-Handys aktiviert, im Android Market gibt es aktuell über 150.000 Apps. Smartphones seien heute für die User wichtiger als der Desktop. Mit einem aktuellen Smartphone und Google Services könne man sich nicht mehr verlaufen und es werde einem nie langweilig, ist Schmidt überzeugt. Mobile Technologie bringe Information für die Massen, nicht für Eliten. Google wolle keine einzelnen Produkte anbieten, sondern ein gesamtes Ökosystem bereitstellen. Den Ansatz verfolgt freilich auch die Konkurrenz, wie Microsoft.

Um Nokia bemüht

Dementsprechend wenig erfreut zeigte sich Schmidt über die Kooperation Microsofts mit Nokia. "Wir hätten es geliebt, wenn sie sich für uns entschieden hätten, aber sie haben die anderen Leute genommen. Wir haben es wirklich versucht", so Schmidt. Offenbar hat Google den finnischen Hersteller jedoch noch nicht aufgegeben. Vielleicht entscheide sich Nokia irgendwann doch noch für Android, meint Schmidt.

Ice Cream Sandwich

Auf eine Frage aus dem Publikum zu den verschiedenen Releases, gab Schmidt eine Klarstellung wie Gingerbread und Honeycomb zueinander stehen. Android 2.3 (bzw. 2.4) mit dem Codenamen Gingerbread ist aktuell für Smartphones gedacht. Android 3.0, das Honeycomb genannt wird, ist das System für Tablet-Computer. Im darauffolgenden Release, der laut Schmidt mit einem I beginnen wird, sollen die Features beider Systeme zusammengeführt werden. Bereits früher gab Google bekannt, dass das kommende System Ice Cream Sandwich heißen wird.

"Mit Zustimmung des Users"

Schmidt betonte während seiner Keynote auch Sicherheit und Privatsphäre der User auffallend stark. Mit Near Field Communication etwa würden sich spannende neue Nutzungsmöglichkeiten ergeben. So sei in Zukunft denkbar, dass der Nutzer vom Handy erinnert wird, dass er ein bestimmtes Produkt benötigt, wenn er sich in der Nähe eines Geschäfts befindet. Dem User soll dabei auch angezeigt werden, wo in der näheren Umgebung es das Produkt am günstigsten gibt. Idealerweise erhält der Shop bereits die Info, dass der Kunde unterwegs ist, legt das gewünschte Produkt bereits und der User zahlt mit seinem NFC-Handy. Das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass man dem Ganzen zustimmt. Es gebe natürlich auch User, die soetwas nicht wollen, so Schmidt. Denen würden aber viele Nutzungsmöglichkeiten entgehen.

(Birgit Riegler aus Barcelona/derStandard.at, 15. Februar 2011)

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  • Google lockt die Besucher des Mobile World Congress mit Bodenmarkierungn zu seinem Stand.
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    Google lockt die Besucher des Mobile World Congress mit Bodenmarkierungn zu seinem Stand.

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