Bo wie Bolero

15. Februar 2011, 17:05
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Es opernballermannt wieder - Von Karl Fluch

Zu den wesentlichen Argumenten für eine Fernreise im Winter zählt neben der Kälte der Opernball. Aus Gründen bleibt man heuer zu Hause, und schon lugt der Lugner ums Eck.

Im Moment sieht es so aus, als würde er Bo Derek genug bezahlen, um die vielfach preisgekrönte Mimin als Stargästin zum Opernball locken zu können.

Bo Derek war der Feuchttraum ganzer Schulklassen in den 1980ern. Keine fiel in dünnem, weißem Oberkleid ausdrucksstärker in jedes sich am Wegesrand anbietende Gewässer als die hundertzöpfige Bo.

Unzählige Höhepunkte brachte diese Kunst in Tarzan, der Affenmensch. Wie oft sie da ins Wasser fiel, um anschließend mit durchgestrecktem Kreuz als Nassgöttin aufzutauchen - man kam mit dem Dings, na, dem Zählen gar nicht nach.

Auch einen anderen Klassiker des Kinos veredelte sie durch, nun ja, bloße Anwesenheit: Zehn - Die Traumfrau. Nur das Kamasutra ist pädagogisch noch wertvoller. Zum sich quälend steigernden Bolero von Maurice Ravel wurde darin der (sich natürlich nicht einstellende) kleine Tod inszeniert, dass es nur so dauerte.

Die heute 54 Jahre alte Bo wird sich also neben Richard Lugner in eine Opernloge quetschen. Hoffentlich entdeckt sie am Weg dahin kein Schampus-Lackerl, in das sie glaubt, fallen zu müssen. (Karl Fluch, DER STANDARD - Printausgabe, 16. Februar 2011)

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