Bundeswehr sucht Geringqualifizierte

15. Februar 2011, 15:58
192 Postings

Berufsarmee soll aus 185.000 Soldaten bestehen - Guttenberg: "Nein, wir schauen nicht nach polnischen Soldaten"

Berlin - Die deutsche Bundeswehr will gezielt Geringqualifizierte anwerben, um die geplante Stärke der künftigen Berufsarmee von 185.000 Soldaten zu erreichen. Das sieht ein Paket von Maßnahmen für den Übergang zur Berufsarmee vor. Die Beratungen im Verteidigungsministerium darüber dauern allerdings noch an.

Angesichts der demografischen Entwicklung müssten verstärkt "junge Menschen mit unterdurchschnittlicher schulischer Bildung beziehungsweise ohne Schulabschluss" angesprochen werden, heißt es in den Vorschlägen. Ohnehin wird in Deutschland schon in absehbarer Zeit ein Mangel an Fachkräften für die Wirtschaft erwartet.

Der Entwurf sieht auch eine Öffnung der Truppe für in Deutschland lebende EU-Ausländer vor. Verteidigungsminister Karl-Theodor Guttenberg betonte am Dienstag bei einem Besuch in Polen jedoch, dass es nicht zu einer massenweisen Aufnahme von Ausländern kommen werde. Schon jetzt könnten Ausländer ausnahmsweise in die Bundeswehr eintreten. Eventuell werde es künftig noch mehr solcher Sonderregelungen geben, sagte Guttenberg.

An eine gezielte Anwerbung von Soldaten aus anderen Ländern wie dem Nachbarland Polen denkt Guttenberg nicht. "Nein, wir schauen nicht nach polnischen Soldaten", versicherte der Minister nach einem Treffen mit seinem polnischen Kollegen Bogdan Klich in Warschau.

Der Entwurf für das Attraktivitätsprogramm der Bundeswehr war am Wochenende bekannt geworden. Er enthält 82 Punkte, darunter auch die gezielte Anwerbung Geringqualifizierter. Die "Erschließung neuer Potenziale zur Personalgewinnung" sei erforderlich, um den Personalbedarf zu decken und die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu erhalten, zitierte die "Financial Times Deutschland" am Dienstag aus dem Papier.

Generalinspektor Volker Wieker betonte im ARD-"Morgenmagazin", dass es sich bei dem Entwurf lediglich um ein Optionspapier handle. "Nun müssen wir erst einmal abwarten, wieviel Freiwillige wir in Zukunft gewinnen können", sagte er. "Wir werden sicherlich bis 2012 Zeit haben, um hier eine belastbare Datenbasis zu erhalten." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Minister Guttenberg bei der Truppeninspektion in Grafenwöhr bei Nürnberg

Share if you care.