Berliner Theatertreffen 2011 mit einer österreichischen Inszenierung

15. Februar 2011, 15:45
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Burgtheater-Produktion von Kathrin Rögglas "Die Beteiligten" unter den zehn ausgewählten Stücken

Wien/Berlin (APA) - Die Auswahl der Produktionen am prestigeträchtigen Berliner Theatertreffen 2011 steht fest. Aus insgesamt 350 Inszenierungen des deutschsprachigen Raumes wurden von einer Jury aus sieben Theaterkritikern zehn Werke ausgewählt, die zu den Festspielen von 6. bis 22. Mai unter dem Motto "Frische Eindrücke" eingeladen werden, wie die Berliner Festspiele heute, Dienstag, mitteilten. Österreich ist mit der Burgtheater-Produktion von Kathrin Rögglas "Die Beteiligten" vertreten, aber auch die Kölner Inszenierung von Elfriede Jelineks "Das Werk / Im Bus / Ein Sturz" findet sich auf der Liste.

Die Auswahl der Stücke wurde von der Jury, bestehend aus den Kritikern Vasco Boenisch, Wolfgang Höbel, Ulrike Kahle-Steinweh, Ellinor Landmann, Andres Müry, Christine Wahl und Franz Wille, in der gestrigen Schlusssitzung fixiert. Wurden im vergangenen Jahr noch vier heimische Produktionen eingeladen, ist Rögglas Stück in der Regie von Stefan Bachmann in diesem Jahr relativ alleine auf weiter Flur.

Das Schauspiel Köln ist neben der Jelinek-Produktion, bei der Karin Beier Regie führte, noch mit Anton Tschechows "Der Kirschgarten" in einer Inszenierung von Karin Henkel vertreten - und damit neben dem Hamburger Kampnagel das einzige Haus, das sich mit zwei Produktionen in der Auswahl wiederfindet. In Hamburg kamen "Testament" von She She Pop sowie Christoph Schlingensiefs "Via Intolleranza II" zur Aufführung, beides allerdings Koproduktionen mit weiteren Häusern. "Via Intolleranza II" war in Kooperation mit dem Burgtheater Wien, Impulstanz und den Wiener Festwochen auch in Wien zu sehen.

Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin ist mit "Der Biberpelz" von Gerhart Hauptmann in einer Inszenierung von Herbert Fritsch vertreten, der auch für die Regie von Henrik Ibsens "Nora oder Ein Puppenhaus" am Theater Oberhausen verantwortlich zeichnet. Ebenfalls eingeladen wurde mit "Verrücktes Blut" von Jens Hillje und Nurkan Erpulat eine Gemeinschaftsproduktion des Berliner Ballhaus Naunynstraße und der Ruhrtriennale. Komplettiert wird die Liste durch Friedrich Schillers "Don Carlos", das Roger Vontobel am Staatsschauspiel Dresden inszenierte, sowie Arthur Millers Klassiker "Tod eines Handlungsreisenden", bei dem Stefan Pucher am Zürcher Schauspielhaus für die Regie verantwortlich zeichnete.

Besonders die Nominierung von Schlingensiefs letztem Stück ist für die Leiterin des Theatertreffens, Iris Laufenberg, von besonderer Bedeutung: "Dass wir 2011 das Theatertreffen ohne Christoph Schlingensief, aber mit der zuletzt von ihm realisierten Inszenierung beenden, ist schmerzlich und tröstlich zugleich. Seine Ideen und Visionen werden weiterleben", wird sie in einer Aussendung zitiert.

Das Theatertreffen wird am 6. Mai im Haus der Berliner Festspiele eröffnet und wartet neben den zehn ausgewählten Inszenierungen mit einem vielfältigen Rahmenprogramm samt Diskussionen, Ausstellungen sowie Konzerten und Partys auf. Gelegenheit für Austausch und Vernetzung junger Theatermacher soll durch verschiedene Plattformen wie dem Stückemarkt, dem Internationalen Forum sowie einem Theatertreffen-Blog gegeben werden. (APA)

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