Polizist wird am Freitag beigesetzt

15. Februar 2011, 13:28
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Schutzwesten-Diskussion: "Richtiger Zeitpunkt" für Analyse erst nach Begräbnis

Der nach dem Schusswechsel in Hirtenberg (Bezirk Baden) verstorbene 26 Jahre alte Polizist wird am Freitag in seiner Heimatgemeinde St. Veit a.d. Gölsen (Bezirk Lilienfeld) beigesetzt. Die Begräbnismesse findet um 14.00 Uhr in der örtlichen Pfarrkirche statt, seine letzte Ruhestätte wird Andreas H. auf dem Ortsfriedhof finden. Er sei "in Ausübung seiner Pflicht als Polizeibeamter" gestorben, ist auf der Parte zu lesen.

In die Diskussion, warum die Uniformierten auf der Suche nach dem 34-jährigen Thomas P., der zuvor Selbstmordabsichten geäußert hatte, keine Schutzwesten getragen hatten, wollte NÖ Landespolizeikommandant Arthur Reis vorerst nicht einsteigen. Es sei "noch nicht der richtige Zeitpunkt", verwies er darauf, zunächst dem getöteten Kollegen am Freitag die letzte Ehre zu erweisen. Reis selbst wird in St. Veit a.d. Gölsen vermutlich die Grabrede halten.

Offen, ob Polizisten von Bewaffnung wussten

Im Rahmen der Analyse des tragischen Falles werde man "auf alles zu sprechen" kommen, sagte der Landespolizeikommandant. "Wir müssen Lehren ziehen." Als "persönliche Meinung" hielt Reis fest, dass Andreas H. und sein schwer verletzter Kollege Manfred W. (39) "selbst mit modernsten Schutzwesten im Auto" selbige wohl nicht angelegt hätten, weil sie "von anderen Voraussetzungen ausgegangen" seien - der Suche nach einem Selbstmordgefährdeten und nicht nach einem Gewalttäter. Ob die Polizisten gewusst hätten, dass der 34-Jährige bewaffnet unterwegs war, sei eine noch offene Frage.

Den schwer verletzten Manfred W. (39), dem das - bei dem Feuergefecht von einem Projektil durchbohrte - Funkgerät an der linken Brust vermutlich das Leben gerettet hatte, stattete der Landespolizeikommandant bereits am Tag nach dem Vorfall im UKH Wien-Meidling einen Besuch ab, wie er bestätigte. Auf dem Weg zu dem Kollegen habe er erfahren müssen, dass Andreas H. gestorben war.

Am vergangenen Freitagnachmittag war es in einem Waldstück in Hirtenberg zu einem Feuergefecht zwischen zwei Polizisten (26 und 39) und dem 34-Jährigen gekommen. Dieser hatte einen zu Monatsbeginn anstehenden Haftantritt ignoriert und seiner Frau gegenüber Selbstmordabsichten geäußert, weshalb sich mehrere Streifen auf die Suche nach ihm machten. Bei dem Schusswechsel wurde der Mann getötet, die beiden Beamten wurden schwer verletzt - der 26-Jährige starb am Samstag. (APA)

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