Die Chirurgie gewinnt in der Endokrinologie an Bedeutung

15. Februar 2011, 13:37
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Endokrinologen tagen in Hamburg zu hormonellen Erkrankungen

Hamburg - Fehlernährung und wenig Bewegung, aber zunehmend auch schädliche Einflüsse aus der Umwelt können den Hormonhaushalt des Körpers stören und gemeinsam mit Erbfaktoren oft zu Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus, Adipositas oder Schilddrüsenerkrankungen führen. Um neueste Erkenntnisse über Ursachen und Behandlung dieser und anderer hormoneller Störungen auszutauschen, veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie vom 30. März bis 2. April 2011 im Congress Center in Hamburg ihr 54. Symposion. Ein besonderer Themenschwerpunkt liegt auf „Schnittstellen" mit der endokrinen Chirurgie. Am 2. April 2011 bieten die Veranstalter einen Patienteninformationstag an.

Metabolische Chirurgie

In der Endokrinologie gewinne die Chirurgie zunehmende Bedeutung, erläutern die beiden DGE-Tagungspräsidenten Dirk Müller-Wieland und Jochen Kußmann aus Hamburg. Die DGE widmet ihr daher bereits am ersten Kongresstag ein internationalen Symposium: Experten beleuchten aktuelle Entwicklungen in der metabolischen und minimal-invasiven Chirurgie. Besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Stellenwert chirurgischer Methoden bei Adipositas und Diabetes sowie der Hormondrüsen, beispielsweise der Schilddrüse.

Das anschließende Tagungsprogramm ist so ausgerichtet, dass fast alle fachübergreifenden Symposien interdisziplinäre und damit klinisch orientierte Schnitt-Themen zwischen Chirurgie und Endokrinologie behandeln. „Besondere Schwerpunktthemen der endokrinen Chirurgie betreffen die klinisch-wissenschaftlichen Grundlagen häufiger Probleme aus der Praxis: Wann und wie Knoten oder Krebs der Schilddrüse operiert werden sollten oder welche interdisziplinäre Indikationsstellung und Therapieoption es bei Überfunktion der Schilddrüse gibt", erläutert Jochen Kußmann, Leiter der Abteilung Endokrine Chirurgie an der Schön-Klinik in Hamburg. Die Experten beschäftigen sich darüber hinaus mit aktuellen Entwicklungen der modernen Schilddrüsenchirugie und diskutieren darüber, warum Erkrankungen der Nebenschilddrüse häufig übersehen werden.

Fehlbehandlungen vermeiden

Zudem stehen neue Aspekte zum Knochenschwund auf dem Programm. „Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im Alter. Etwa jede zweite Frau über 50 Jahre erleidet aufgrund dieser systemischen Skeletterkrankung einen Knochenbruch", erklärt Müller-Wieland, Leiter der Abteilung Innere Medizin mit den Schwerpunkten Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel an der Asklepios-Klinik St. Georg in Hamburg. Durch die steigende Lebenserwartung nehme das Krankheitsbild stetig zu. Eine andere häufige Erkrankung, bei der Hormonstörungen der Nebenniere eine entscheidende Rolle spielen, ist der Bluthochdruck. „Eine gelungene Verzahnung von interdisziplinärer Forschung und Praxis, die der Kongress fördert, ermöglicht die Früherkennung und geeignete medikamentöse oder operative Behandlung betroffener Patienten. Dies vermeidet einen langen Leidensweg der Betroffenen sowie Folgekosten aufgrund von Fehlbehandlung", ergänzen die Tagungspräsidenten.

Am Samstag, den 2. April 2011 können sich Interessierte und Patienten in einer Patientenveranstaltung von 9.00 bis 13.00 Uhr ausführlich über Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose und andere Stoffwechselerkrankungen sowie neue Therapien informieren. (red)

Weitere Informationen unter www.endokrinologie.net

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