Neues Direktorium reine Männerriege

15. Februar 2011, 11:05
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Elena Kohutikova gescheitert - Belgier Praet wird Gertrude Tumpel-Gugerells Nachfolger

Brüssel/Frankfurt - Belgien stellt mit dem Zentralbanker Peter Praet erstmals seit Gründung der Währungsunion ein Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Euro-FinanzministerInnen hätten sich einstimmig auf ihn verständigt. Praet übernimmt den Posten von der Österreicherin Gertrude Tumpel-Gugerell, die nach Ablauf der achtjährigen Amtszeit Ende Mai ausscheidet. 

Keine Chance für Vize-Chefin der slowakischen Notenbank

Damit gehört dem Direktorium und dem EZB-Rat mit den nationalen Notenbankchefs vorerst keine Frau mehr an. Gegen den Belgier war die langjährige Vize-Chefin der slowakischen Notenbank, Elena Kohutikova, angetreten. Ihr wurden zunächst bessere Chancen zugeschrieben, da Tumpel-Gugerell die einzige Frau in der Notenbankspitze ist. In den europäischen Institutionen gibt es keine Frauenquote, doch es wird auf eine einigermaßen ausgewogene Vertretung der Geschlechter Wert gelegt.

Das Europäische Parlament hatte nach einer informellen Anhörung der beiden KandidatInnen im Wirtschafts- und Währungsausschuss den Mitgliedstaaten signalisiert, es ziehe Praet vor. Das Parlament hat nur ein unverbindliches Anhörungsrecht, doch ein Nein der ParlamentarierInnen hätte den Kandidaten der Mitgliedstaaten politisch beschädigt. Auch in der EZB galt Praet als klarer Favorit.

Der Ernennung müssen jetzt noch die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten zustimmen. EZB-BeobachterInnen in Frankfurt begrüßten, dass die Wahl auf den Belgier fiel. (APA/Reuters/Ag.)

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