Raiffeisen testet Banköffnung am Samstag

15. Februar 2011, 10:17
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Wien - Raiffeisen nimmt in Wien einen Anlauf, die Banköffnungszeiten auf den Samstag auszudehnen. Im kommenden Monat beginnt mit einer neuen Filiale in Wien-Liesing ein Pilotversuch. Klappt es, sollen auch andere Filialen in Wien an frequenzstarken Standorten am Samstagvormittag ihre Schalter aufsperren, etwa in Einkaufsstraßen oder an Bahnhöfen.

Umbruch

"Die Banköffnungszeiten in Österreich sind im Umbruch", sagte der Vizechef der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), Georg Kraft-Kinz. "Der Samstag ist längst kein Tabu-Tag mehr für uns." Auch die Flexibilisierung der Arbeitszeit der Bankmitarbeiter sei ein Gebot der Stunde.

Die Ende Jänner eröffnete Filiale in der Breitenfurter Straße (Einkaufszentrum Riverside) hat ab 5. März zunächst bis 2. Juli jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr offen, sowohl die Kassen für Zahlungsverkehr als auch die Beratungsschalter. Die Mitarbeiter bekommen Überstunden bezahlt. Es haben sich nach Bankangaben viele Freiwillige gemeldet. Zunächst arbeiten jeweils vier Leute aus der 12-köpfigen Filialbelegschaft an den Samstagen, bei Bedarf auch Interessenten aus anderen Filialen.

Aus Versuchen der Vergangenheit hätten die Banken gelernt, meint man bei Raiffeisen. In den Samstag-Bankstunden ist das gesamte Banksortiment zugänglich. "Wir wissen heute, wenn wir aufsperren, müssen wir auch den Zahlungsverkehr mitbringen", sagt Kraft-Kinz. Vorerst läuft der Pilotversuch vier Monate. Im Sommer wird dann evaluiert. Stimmt die Akzeptanz - es muss schon mehr Geschäft geben als an Wochentagen um diese Zeit - "werden wir uns für jeden einzelnen unserer Standorte anschauen, ob es passt", so der Raiffeisen-Banker.

Wie viele der Wiener Filialen infrage kommen, kann Kraft-Kinz noch nicht beziffern. "Wir sind sehr gespannt, wie das läuft." Die RLB hat in Wien 67 Standorte, davon 49 Filialen für den Privatkundenbereich. (APA)

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