Stromverbrauch wieder auf Vorkrisenniveau

15. Februar 2011, 10:08
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Der Inlandsstromverbrauch liegt 2010 um mehr als vier Prozent über dem Vorjahr, der Gasver­brauch stieg sogar um elf Prozent

Wien - Der Stromverbrauch ist in Österreich 2010 gestiegen und hat wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Deutlich gestiegen ist der Gasverbrauch, geht aus vorläufigen Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Der höhere Gasabsatz ist vor allem auf den verstärkten Einsatz in Kraftwerken und in der Industrie zurückzuführen und zu einem geringeren Teil auch auf den kalten Winter, sagte Johannes Mayer, Leiter der Volkswirtschaftlichen Abteilung in der E-Control.

Stärkster Anstieg im Dezember

Der Inlandsstromverbrauch - ohne den Stromverbrauch der Pumpspeicherkraftwerke - ist den E-Control-Daten zufolge im Vorjahr um 4,3 Prozent auf rund 68.477 Gigawattstunden (GWh) gestiegen. Er lag damit auf dem Niveau von 2008 mit rund 68.500 GWh. Im Krisenjahr 2009 war der Stromverbrauch in Österreich um rund 4 Prozent auf rund 65.700 GWh eingebrochen. Den stärksten Anstieg gab es 2010 im Dezember mit plus 6,7 Prozent. Generell wächst der Stromverbrauch in Österreich pro Jahr zwischen 1,6 und 2 Prozent. 2011 dürfte sich der Zuwachs wieder auf diesen langjährigen Trend einpendeln, erwartet Mayer.

Der Gasverbrauch (Abgabe an Endkunden) stieg 2010 um 10,9 Prozent auf 9,1 Mrd. Kubikmeter und erreichte damit überhaupt den bisher höchsten Wert in Österreich. Gemessen in Gigawattstunden erreichte der Gasverbrauch im Vorjahr 102.016 GWh, ein Plus von 11,4 Prozent. Grund für die unterschiedliche Veränderungsrate ist laut E-Control eine Änderung des Energiegehalts (Heizwert). Somit ist der energetische Verbrauch (in GWh) stärker gestiegen als der mengenmäßige in Kubikmetern.

In den Kraftwerken wurde im Vorjahr deutlich mehr Gas eingesetzt. Die Stromproduktion in den Wärmekraftwerken stieg um 18,7 Prozent auf 24.753 GWh. Die Erzeugung aus Wasserkraft sank dagegen um 5,4 Prozent auf 37.318 GWh. Insgesamt wurde 2010 mit 70.827 GWh um 2,9 Prozent mehr Strom erzeugt als 2009. Die Zahlen sind aber nicht direkt mit dem Inlandsverbrauch ohne Pumpspeicherwerke in Beziehung zu setzen.

Österreich war auch im Vorjahr Nettostromimporteur: Physikalischen Importen von 19.745 GWh standen Exporte von 17.531 GWh gegenüber. Der Importüberhang lag somit bei 2.214 GWh. (APA)

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    Nach einem Einbruch beim Stromverbrauch im Jahr 2009 legt dieser im Folgejahr wieder kräftig zu.

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