Rot-Grün zeigt den Fiakern rote und grüne Karten

14. Februar 2011, 18:05
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Novelle zum Fiakergesetz: Fix montierte Fahrzeugnummern, Fahrtenbuch und neue Standortregelung

Wien - Die Fiaker auf dem Wiener Stephansplatz haben bereits vor einiger Zeit eine interne Abmachung getroffen - an geraden Tagen fahren Kutschen mit geraden Nummern auf dem Taferl den Standplatz an, an ungeraden jene mit ungeraden Nummern. Eine Novelle zum Wiener Fiakergesetz, die am Montag in Begutachtung gegangen ist, sieht nun eine ähnliche Regelung für alle fünf Standplätze in der Innenstadt vor: Mit grünen Platzkarten darf an geraden Tagen in die City kutschiert werden, mit roten an ungeraden.

So solle verhindert werden, dass die Fiakerpferde jeden Tag im Einsatz sind, sagte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ), die die Eckpunkte der Novelle am Montag gemeinsam mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) präsentierte.

Immer mehr Fiaker

Andreas Curda von der Fachgruppe in der Wirtschaftskammer kann dem geplanten Rot-Grün-System durchaus etwas abgewinnen: "Man wird sich die Durchführung natürlich anschauen müssen." Die Kutschen würden jedenfalls immer mehr. "Vielleicht wird man irgendwann sogar noch auch eine dritte Farbe einführen müssen" , mutmaßt Curda.

In Wien rittern derzeit 40 Unternehmen um Fahrgäste - und zweimal im Jahr auch um die begehrten 58 Standplätze in der Innenstadt. Jedes Fiakerunternehmen erhält für jeweils ein halbes Jahr eine sogenannte Grundplatzkarte. Die restlichen Standplätze werden aliquot unter jenen Fiakerunternehmen aufgeteilt, die mehrere der insgesamt 200 Konzessionen besitzen. 2009 gab es 72 Anzeigen, im Vorjahr 28.

Kutschen-ID verpflichtend

Damit die Einhaltung der Vorschriften leichter zu überprüfen ist, muss künftig zu der Nummerntafel eine Fahrzeug-Identifiaktionsnummer fix an der Kutsche angebracht sein. Zusätzlich müssen die Fiaker ein Fahrtenbuch führen, in dem sie die Abfahrt vom Stall, die Anzahl der Fahrten sowie die Fütterungs- und Ruhezeiten der Tiere eintragen.

Bei Schönwetter legen die Pferde im Schnitt täglich immerhin 30 Kilometer zurück, die Hälfte ihres Arbeitstages - rund sechs Stunden - stehen sie auf einem der fünf City-Standplätzen. Damit weder dort noch auf der Tour alles vollgeapfelt wird, sind fixe Pooh-Bags bald Pflicht, von der man sich nicht mehr freikaufen kann.

Auslaufflächen nur in Wien

Eine Verschärfung für die Fuhrunternehmer gibt es auch für die vorgeschriebenen Auslaufflächen, von denen viele in Wiener Umlandgemeinden lagen und damit nicht kontrolliert werden konnten. Laut Novelle müssen sich diese künftig in Wien befinden. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD-Printausgabe, 15.2.2011)

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    Die Fiakerpferde sollen künftig garantierte Ruhezeiten bekommen.

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