Streitpunkt

Windräder am Bergkamm stören Zugvögel

14. Februar 2011, 17:11
  • Artikelbild
    foto: dpa/dpaweb/peter förster

    Nur bei gravierenden Beeinträchtigungen auf Tiroler Seite durch die Windräder könnte Österreich Einspruch erheben.

Am Grenzkamm über dem Brenner sind in Südtirol 31 Windräder geplant. Der österreichische, deutsche und Südtiroler Alpenverein protestieren

Sie befürchten negative Auswirkungen für Zugvögel auf dem Weg in den Süden.

***

Innsbruck - Ein "massiver Eingriff in die Landschaft" seien die geplanten 95 Meter hohen Windräder auf dem Grenzkamm des Brenners, befinden der Alpenverein und die Bürgermeister der Brennerpass-nahen Gemeinden Obernberg oder Gries. Geplant sind auf dem Bergkamm immerhin 31 Windräder im damit größten Windpark der Alpen. Vom Tal aus sollen diese aber gar nicht sichtbar sein, weil weiß angestrichen, versprechen die Bauherren des 70-Millionen-Euro-Projektes, die Südtiroler Firmen Leitwind und Etschwerke.

Der Grenzkamm befinde sich in einer "Tabuzone", kritisieren der österreichische, der deutsche und der Südtiroler Alpenverein: Negative Auswirkungen werden vor allem für Zugvögel befürchtet. Denn der Brenner sei für viele Zugvögel einer der wichtigen Alpenübergänge in Richtung Süden. Ein Windpark würde diese Strecke stören, sagen Biologen. Die Zugvögel würden den Windrädern wegen des Infraschalls und des Schattenwurfs ausweichen.

Eiswurf wäre für Wanderer gefährlich

Es könne also durchaus passieren, dass die Vögel nicht mehr über den Brenner fliegen, sondern ein oder zwei Kilometer daneben über das Hochgebirge und dort schlechtere Flugbedingungen vorfinden. Für Peter Haßlacher vom Alpenverein sind die Windräder am falschen Ort. Denn: Der Windpark würde direkt an der Grenze des 92 Quadratkilometer großen Landschaftsschutzgebietes "Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune" errichtet werden, also an einem naturnahen Erholungsgebiet in bäuerlicher Kulturlandschaft.

Auswirkungen des Lärms werden für Tiere und Umwelt befürchtet. Zudem verlaufe genau dort der Tiroler Höhenweg von Mayrhofen nach Meran. Dieser werde auch von EU-Mitteln gefördert. Allein der Eiswurf der Windräder würde ein Wandern oder Skitourengehen gefährlich und damit unmöglich machen.

Schutzgebiete sollen ausgenommen werden

Der Vorsitzende des Südtiroler Alpenvereins, Georg Simoni, fordert, dass alle Schutzgebiete von der Nutzung durch Windenergie ausgenommen sein sollten: Die Windkraftnutzung sei in den Alpen aufgrund der geografischen Gegebenheiten grundsätzlich abzulehnen. Zu Forschungszwecken könnte er sich Windparks an wenigen Standorten vorstellen. Zwei Projekte liegen derzeit in der Gemeinde Brenner und im Landhaus in Innsbruck zur Begutachtung auf: Auf dem Sattelberg sollen bis Sommer 2012 22 Windräder, auf dem Sandjoch neun Windräder errichtet werden.

Die beiden Windparks sind über eine Länge von etwa sieben Kilometer direkt auf dem exponierten Grenzkamm geplant. 40.000 Haushalte sollen mit Strom versorgt werden. Für den Bau des Windparks ist zudem ein massiver Ausbau der beiden Militärstraßen notwendig. Die Alpenvereine befürchten eine "riesengroße Baustelle" in den Bergen.

Keine Berufungsmöglichkeit

Kein Verständnis für die Kritik am Windparkprojekt kommt vom VP-Nationalratsabgeordneten Josef Lettenbichler. Nur dagegen zu sein sei keine Lösung.

Das grenzüberschreitende UVP-Verfahren läuft bereits. Österreich habe nur Anhörungsrecht, heißt es von Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer, Berufungsmöglichkeiten gebe es keine - außer es könnten bis März gravierende Beeinträchtigungen auf österreichischer Seite nachgewiesen werden. (Verena Langegger, DER STANDARD-Printausgabe, 15.2.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 160
1 2 3 4
Der Erleuchter
00
Weil der Nutzer am Ende alles bezahlen muß, ist Kostenwahrheit nicht so wichtig?

Strom aus Windkraft mit viel Schmiergeldern läuft wie geschmiert - einer muß ja bewilligen, prüfen, begutachten und derlei mehr.

Voltaik ist der teuerste Schwindel - versucht so etwas aufs Hausdach zu bekommen - vor lauter Vorschriften wird jedem schlecht.

Nur wer geeignete Befreundungen hat wird sich einige Jahre der Sonnenkraft erfreuen, die direkt Strom erzeugt.

Erst Wüstenstrom wird den Umschwung bringen.

Der Erleuchter
00
Mich stören Vögel, die einem Rotor aus Bequemlichkeit nicht ausweichen wollen!

Michel Berger
01
12.3.2011, 20:05
Beim obigen Foto wurde aber heftig manipuliert!

Bertee
00
24.3.2011, 16:07
nennt sich brennweite!

Zitronenbaum
12
21.2.2011, 10:25
Na ja...

... immer noch besser als ein AKW. Und so laut ist ein Windrad auch wieder nicht (ist jedenfalls um einiges leiser als ein Flugzeug) und nah rangehen braucht man ja auch nicht, wenn man Eisabwurf befürchtet. Ich hab eine Zeit lang in der Nähe von solchen Dingern gewohnt und da sind wir auch nie hingegangen, wenn Eis zu befürchten war. Dafür hab ich jetzt wunderbaren Fluglärm, der aber dank der Fenster stark gedämpft wird. :) Im Gegensatz zu dem Gebrabel und Geschrei auf der Straße.

aleph null
00
14.3.2011, 04:33
Die Lautstärke sinkt mit dem Quadrat der Entfernung

Indem Flugzeuge sich normalerweise in Höhen zwischen 5.000 und 10.000 Metern aufhalten, sind Flugzeuge leiser.

freimann
71
16.2.2011, 13:37
Windräder sind nur hochsubventioniertes Politikum

"Die ganzen Öko Fundamentalisten und Fördergeldabschöpfer können jammern und lamentieren solange sie wollen. Die Windräder sind ein hochsubventioniertes Politikum.
Jeder Mensch mit etwas technischem Sachverstand kann erkennen, dass sich da nur Steuergelder im Wind drehen."

The_new_number_2
01
21.2.2011, 00:14

Wenn du zitierst, solltest du auch dazuschreiben, wen du zitierst...

no na net
13
16.2.2011, 15:24
hochsubventioniert, ja

aber jede energieform - besonders zur einführung - wird subventioniert... oder glauben Sie, dass die Lagerung von Atommüll von der Energiefirma bezahlt wird? auch hier bedankt sich der Steuerzahler.

freimann
32
16.2.2011, 17:33
Sie vernebeln nur die Fakten

Bei der Atomenergie wurde die F&E gefördert aber nicht der gesamte Betrieb. In Österreich macht die Förderung der "Erneuerbaren" allein 450 Mio Euro pro Jahr aus ohne das was dabei herauskommt.
Was die Forschung für die Windkraft kostet weiß ich nicht, da aber die Bauern u. die IG Windktraft davon nicht profitierern wird das gegen null gehen.

Flugmanagment
01
22.3.2011, 12:57

Versicherung gegen Strahlungsunfälle, oh keine vorhanden

Endlagerungsproblematik zur Sicherheit von Generationen, oh es gibt bis jetzt kein Endlager

Sicherung der Castortransporte, Finanzierung durch deutschen Steuerzahler

Aber Atomenergie wird nicht gefördert

Mathias
 
01
23.2.2011, 10:41
bei einem AKW ...

... wird sowohl Herstellung der Brennstäbe, Transport und "Endlagerung" hoch subventioniert! Sonst wäre kein AKW privatwirtschaftlich zu führen!!

Großer Böser
 
12
19.2.2011, 12:03
"Bei der Atomenergie wurde die F&E gefördert aber nicht der gesamte Betrieb."

Falsch!

Citizen
12
18.2.2011, 12:28
Einfach nur Blödsinn

Citizen
23
15.2.2011, 19:24
Naturschutz vs. Umweltschutz

Die Leute werden sich in Zukunft daran gewöhnen müssen dass die Energie, die sie verbrauchen, auch irgendwo in ihrer Nähe erzeugt wird.

Wer also keine Windradln will, nicht die letzten naturnahen Kleinflüsse verbauen will oder nicht endlose, monotone Maisfelder für die Biogasanlagen vor der Tür haben will, sollte mal darüber nachdenken WENIGER Energie zu verbrauchen. UUUHHH - ein Wort was so gar nicht in unseren Zeitgeist passt - weniger!

Aber: Weniger (Energieverbrauch) kann auch mehr (Lebensfreude) sein ;)

pumpkin29
11
16.2.2011, 15:00
Bequemlichkeitsschutz vs hmm... passt eh alles

nageh, dann müsst ma ja vielleicht weniger dsds schauen, oder das licht abdrehen (eine unnötige handbewegung mehr) oder, gott bewahre, die stand by geräte komplett ausschalten... und die kaffeemaschine!! :O wo führt das denn hin?!

da zahl ich lieber 600 euro stomrechnung nach und hab kein geld für sonst was, aber hauptsache bequem

%-P

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
14
15.2.2011, 14:58
Floriani Prinzip

Was die Alpenvereiner an Benzin verfahren um zu den Touren zu gelangen geht auf keine Kuhhaut und dann als Bewahrer der Natur aufzutreten ist unglaubwürdig. Würde ich erst glauben wenn sie alle mit dem Zug zu ihren Touren anreisen würden.
Es ist hoch an der Zeit mal darzulegen was dort an Umweltzerstörung passiert wo unsere Energie herkommt. Wenn das die Verbraucher wahrnehmen würden sie nicht so viel verschwenden und das betrifft die Alpenvereiner auch die mal im Umfeld der Stadt die Wanderwege erkunden sollten.

luke skywalker
53
15.2.2011, 19:03
Ja der Ökozug - die romantische Vorstellung unserer Grünen Träumer

Wenn 2 Leute im Zug sitzen kostet das mehr an Energie, als wenn die gemeinsam mit dem Auto fahren.

http://www.faz.net/s/RubC540... ntent.html

Citizen
12
15.2.2011, 19:17
Deshalb sollten ja auch MEHR mit dem Zug fahren...

ist ja nicht so schwierig, oder?

aleph null
00
14.3.2011, 04:43
Die Auslastung von Zügen betragen im besten Fall 30%

Viel mehr geht nicht, auch dann nicht, wenn alle ÖBB-Angestellten und deren Angehörige gratis fahren.

Um den Takt aufrecht zu erhalten, müssen in regelmäßigen Intervallen Züge verkehren, die meisten nur sehr schlecht frequentiert sind. Das wiegen auch nicht die überfüllten Züge in den Spitzenzeiten aus.

Ein weiteres Problem: je größer die Auslastung, umso unbequemer für den Fahrgast.

Der Stromverbrauch einer Tauruslok ist auch nicht von schlechten Eltern. Das Ding hat 7 Megawatt Leistung!

parapente
10
16.2.2011, 10:58
Wenn der Zug biliger wäre,

es die Gepäckaufgabe wieder gäbe, man ein Rad mitnehmen könnte, er pünktlicher wäre . . . . ja dann!

chris hopeman
02
15.2.2011, 12:08
Erneuerbare Energien - es geht wenn man nur will

es wird immer irgendwelche Ausreden geben um erneuerbare Energien zu verhindern, einmal ist es der Naturschutz, ein anderes Mal dubiose Gutachten die von der Regierung (also Energiekonzernen) in Auftrag gegeben werden. Nach dem Motto: ich glaube nur Gutachten, die ich selbst in Auftrag gegeben habe. Solange mehr oder weniger offensichtlich korrupte Politiker mit Energiekonzernen paktieren, ja sogar deren Entwürfe für Gesetze übernehmen, wird sich in Richtung erneuerbare Energien leider fast nichts bewegen. Bestes Beispiel für eine Blockadepolitik zu Gunsten der Energiekonzerne ist die BRD wie man an dem Bericht unter nachfolgendem Link entnehmen kann
http://www.youtube.com/watch?v=n... r_embedded

freimann
31
16.2.2011, 17:37
Warum sagt man zur Windkraft "Erneuerbare"?

Weil sie seit fast 20 Jahren immer wieder "neue" und noch höherere förderungen braucht!

Tristram Shandy
01
15.2.2011, 16:41

Ein Politiker muss gar nicht korrupt sein, um mit Energiekonzernen zu paktieren!
In Österreich sind die Energieversorger ohnehin mehrheitlich in öffentlicher Hand und damit im direkten politischen Einfluss!
Und das Kernproblem ist, dass die Bundesländer Eigentümer der größten Energieversorger sind, gleichzeitig wie z.B. im Strombereich Gesetzgebungskompetenzen haben und noch bestehende Gesetze vollziehen müssen.
Das führt unweigerlich in einen massiven Interessenskonflikt, der nicht nur der Ausbau erneuerbarer Energieträger sondern auch die Liberalisierung der Energiemärkte behindert.

chris hopeman
00
15.2.2011, 12:14
http://www.youtube.com/watch?v=n... r_embedded

http://www.youtube.com/watch?v=n... r_embedded

Sorry, ich denke der Link wurde nicht richtig übernommen. Ich versuche es noch einmal

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 160
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.