EU will gentechnikfreie Regionen erlauben

14. Februar 2011, 17:29
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Brüssel - Die EU-Kommission hat eine Richtlinie vorbereitet, nach der es den EU-Mitgliedstaaten oder einzelnen Regionen freisteht, sich als gentechnikfreie Region zu deklarieren. Dies berichtet die FAZ. Angesichts des Widerstandes bei der Bevölkerung gegenüber diesen Technologien soll es laut Entwurf möglich werden, dass ein Nichtanbau mit "Aufrechterhaltung der öffentlicher Ordnung" begründet wird. Auch bei anderen Gründen soll es künftig erlaubt werden, dass keine gentechnisch veränderten Pflanzen ausgesät werden: wegen ethischer Bedenken, des Schutzes kulturellen Erbes oder wegen des Schutzes von Ökosystemen.

Beibehalten werden soll gleichzeitig ein EU-weit geregeltes Zulassungsverfahren, das weiterhin von der Kommission selbst durchgeführt wird. Die Kommission will damit den seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Gegnern von Gentechnik in Österreich und Spanien aufbrechen.

Ob mit einer solchen EU-Verordnung den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO, die Importverbote etwa bei GVO-Saatgut nur bei belegbaren Gesundheits- oder Umweltschutzbedenken erlaubt, Genüge getan wird, ist weiterhin nicht klar, schreibt die FAZ. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2011)

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