Innsbrucker Forscher

Skihelm: Vorteile überwiegen klar

14. Februar 2011, 16:38

Risiko einer Kopfverletzung sinkt bei Kindern um 59 Prozent - Der Kopf ist bei zehn Prozent aller Skiunfällen auf Österreichs Pisten involviert

Innsbruck - Dass Helme vor Kopfverletzungen beim Skifahren und Snowboarden schützen, ist hinreichend erwiesen. Zu diesem Schluss kommen Sportwissenschafter der Universität Innsbruck im Editorial des British Medical Journal hin. Ihr Überblick über jüngste wissenschaftliche Studien zum Thema verdeutlicht, dass die Vorteile des Helms mögliche Nachteilen bei weitem ausgleichen. "Der Helmgebrauch auf der Piste ist auf jeden Fall und in allen Altersgruppen sinnvoll", erklärt Erstautor Gerhard Ruedl.

Helm senkt das Risiko

Der Kopf ist bei zehn Prozent aller Skiunfällen auf Österreichs Pisten involviert. Zurück gehen Kopfverletzungen auf der Piste laut einer großen US-Studie zu 70 Prozent auf selbstverschuldete Stürze, der Rest auf teils unverschuldete Kollisionen mit anderen Pistennutzern oder mit Objekten. Ist ein Helm im Einsatz, sinken allgemeine Kopfverletzungen um 35 Prozent, bei Kindern unter 13 Jahren sogar um 59 Prozent.

Einige Gegentheorien zum Helm konnten mitterweile widerlegt werden, berichtet Ruedl. "Das Argument, dass der Helmgebrauch ein falsches Sicherheitsgefühl gibt und die Risikobereitschaft erhöht, konnte in einer neuen Studie von Ruedl und Kollegen nicht bestätigt werden. Vielmehr scheint, als ob vor allem gute Skifahrer den Helm benützen." Falsch ist auch, dass der Helm die Sicht einschränkt. "Dass das Hören etwas vermindert ist, bestätigt allerdings eine internationale Studie. Warnrufe sind dennoch gut zu hören", so der Forscher.

Prominente Unfälle sind eine Hilfe

Die Schweiz und Österreich sind weltweit die beiden Vorzeigeländer, was die Helmquote betrifft. "Die Schweiz erreicht bereits 95 Prozent bei den Unter-17-Jährigen und 75 Prozent insgesamt, in Österreich liegt man bei rund 92 Prozent bei Kindern bis 15 Jahre und 69 Prozent aller Pistenbenützer." Von diesen Verbreitungsgraden können andere Länder wie die USA mit 50 Prozent nur träumen. Helmverweigerer gibt es in den Alpen am ehesten noch bei der älteren Generation und bei Touristen.

Zu einer höheren Helmnutzung trägt vor allem die öffentliche Diskussion bei, ist sich Ruedl sicher. "In Regionen mit niedriger Skihelmquote hilft die Helmpflicht, bei ohnehin guter Ausgangslage scheinen Präventionskampagnen ausreichend", so Ruedl. Wichtig dürften jedoch auch prominente Skiunfälle sein, wie etwa jener von Thüringens Ex-Ministerpräsidenten Dieter Althaus. "In der Saison des Unglücks stieg bei Verletzten die Helmquote von 44 auf 55 Prozent", so der Sportwissenschafter. (pte)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Ibsen
01
27.2.2011, 12:10
Ich persönlich

kann das Schifahren ohne Helm überhaupt nicht mehr vorstellen.

Neben der größeren Sicherheit, die er bietet, ist es beim schlechten, nassen Wetter und bei Kälte auch viel wärmer und praktischer als eine Mütze.

der böse joko
00
15.2.2011, 10:00
spezielle Daten für jüngere Kinder?

"Helmgebrauch auf allen Pisten und in jedem Alter"?
Also in der Altersgruppe 4 und 5 Jahre ist die Stützfunktion der Halswirbelsäule, vermute ich einmal, nicht ausreichend entwickelt. In diesem Alter sind sowohl Helmgröße und -gewicht überproportional zu Schulterbreite, Knochenstabilität der Wirbel und Entwicklung der Haltemuskulatur ... und die schädliche Hebelwirkung auf HWS bei einer Kollision überwiegt meines Erachtens die Schutzfunktion für Kopf.
Wurde das schon einmal überprüft?

Mad Max
03
15.2.2011, 09:15

Das größte Sicherheitsrisiko sind unerfahrene, sich selbst überschätzende, (rest-)alkoholisierte, nur-wegen-der-Party-auf-der-Piste Skifahrer.
Unter anderem um mich vor diesen "Skifahrern" zu schützen trage ich einen Helm (so wie eigentlich alle meiner Freunde).

Club-der-dichten-Toten
00
15.2.2011, 10:12

Genau deswegen habe auch ich seit vier Jahren einen Helm.

Angelika70
31
15.2.2011, 08:55

Ich fahre seit 37 Jahren ohne Helm und werde jetzt nicht damit anfangen. Die paar Unfälle, die ich hatte, betrafen die Beine aber ein gewisses Verletzungsrisiko muss man halt einkalkulieren.

Wers nicht kann, solls bleiben lassen.

Club-der-dichten-Toten
01
15.2.2011, 10:23

Ich bin auch jahrzehntelang ohne Helm gefahren, hab aber seit vier Jahren aus Angst vor den Anderen (meine Schwester wurde von einem anderen "abgeschossen") einen Helm.

Bei mir hängt ein Sturz sicherlich nicht oder nur kaum vom eigenen Fahrkönnen ab, wenn's nach dem ginge, bräuchte ich auch keinen Helm...

Tethys
00
15.2.2011, 09:38

Auch geübte Schifahrer können blöd fallen und mit dem Kopf aufschlagen. So schnell können's gar nicht schauen.

re-play
00
15.2.2011, 09:33

Kann ich gut nachvollziehen, allerdings wenn es kalt ist (und mein Kopf auch so wie ein helm aussieht) muss ich sowieso was aufsetzen und da ist ein helm weit angenehmer als eine Haube. Anderseits bei 20Grad im Frühjahrschnee werde ich dann auch wieder auf meinen "Naturhelm" vertrauen. ;-)

metall81
00
15.2.2011, 09:15
Wers nicht kann, solls bleiben lassen.

Die häufigste Unfallursache ist übrigens Selbstüberschätzung.

markvanhaze
13
15.2.2011, 08:55

Zuerst wollte ich posten: Das ein Helm was bringt - Dafuer habens eine Studie gebraucht?

Aber nach dem ich die Kommentare hier lese sehe ich ein das ned amal a Studie was hilft wenn wer Hirnfrei hat.

maxbz
00
15.2.2011, 08:00
Nur mal zwei Unfälle der letzten Tage, bei denen Helm nicht geholfen hat:

http://derstandard.at/129721637... runglueckt

http://derstandard.at/129721608... afe-zahlen

Sinnvoller wäre es doch, etwas zur Unfallvermeidung zu tun. Der Helm lenkt mal wieder von diesem Thema nur ab.

metall81
21
15.2.2011, 09:19
Ham'S auch ein paar Links...

...zu Rauchern, die 100 worden sind? Würd' gut dazupassen.

metall81
13
15.2.2011, 07:40
Liebe Helmgegner.

Es ist mir völlig wurscht, was Ihr mit Euren Schädeln macht. Meiner ist schützenswert, daher trage ich Helm.

maxbz
21
15.2.2011, 07:53
Tun Sie das, aber konsequent:

http://autohelm.ch/

Und immer dran denken: auch auf dem Zebrastreifen kann man niedergefahren werden und fliegt dann fast immer auf den Kopf. ==>Helm auch zu Fuß!

metall81
10
15.2.2011, 09:20
Sie halten mich offenbar für jemanden, der nicht...

...in der Lage ist Risiken zu kalkulieren und sich von solchen Plattitüden beeindrucken lässt.

maxbz
00
15.2.2011, 18:08

ersteres ist richtig

metall81
00
16.2.2011, 06:20
Nicht blöd reden,..

...vorrechnen!

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
10
15.2.2011, 07:31
10%

Ich glaube, dass der Kopf bei fast 100% der Schiunfälle involviert ist, könnten sie doch grösstenteils vermieden werden, wenn die Betreffenden rechtzeitig das darin befindliche Hirn eingeschaltet hätten... ;)

Pepi friß weniger
31
15.2.2011, 01:42
Wer nicht schifahren kann

soll gerne einen Helm tragen. Alte Leute tragen ja auch einen Stock.

Club-der-dichten-Toten
02
15.2.2011, 10:25

Es tragen eher die, die gut fahren einen Helm, weil sie das Risiko, von anderen niedergefahren zu werden, einfach nicht eingehen wollen.

Heuer wieder schön beobachtet, die die sicher unterwegs sind, "schöne Schwünge" machen, Carven o.Ä.: praktisch alle mit Helm.

Die, die herumeiern, unkontrolliert schnell fahren, Mühe beim Stehenbleiben haben etc.: praktisch alle ohne Helm.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Pepi friß weniger
00
16.2.2011, 03:29

Aha. Ich habe schon lang keine Schipiste mehr gesehen. Um das Geld einer Woche unverschämter Handaufhalter in irgendwelchen Tälern wo die ÖVP 60% bei Wahlen bekommt, kriege ich alternativ 2 Wochen Sonne, Strand und Meer ...

Club-der-dichten-Toten
10
16.2.2011, 18:54
Ich habe schon lang keine Schipiste mehr gesehen.

Was reden's dann überhaupt mit, wenn's um Schifahren geht?

Übrigens: In Südtirol gibt's keine ÖVP...

Pepi friß weniger
00
17.2.2011, 18:59

Daß ich lange keine Schipiste mehr gesehen hab heißt ja nicht, daß ich nimmer schifahren kann

In Südtirol gibt's keine ÖVP ? Ja was wäre die SVP denn dann, wenn die wieder zu Österreich kämen ?

metall81
10
16.2.2011, 10:53
Pepi sauf' weniger!

Michael B
21
14.2.2011, 21:41
Vor ZWANZIG Jahren war der Anteil der Kopfverletzungen bei Schiunfällen 10%.

Damals trug praktisch NIEMAND einen Helm.

Heute tragen 70% der Schifahrer einen Helm.
Und wie hoch ist der Anteil der Kopfverletzungen bei den Schiunfällen: immer noch 10%.
Die Erklärung:

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