Svindal locker zu Gold, für Raich bleibt Blech

14. Februar 2011, 15:04
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Norweger verteidigt Titel, Österreicher nach miserablen Abfahrtsleistungen chancenlos - Innerhofer komplettiert mit Silber seine Medaillensammlung - Bronze an Fill

Garmisch-Partenkirchen - Nach der Abfahrt auf der Kandahar ist Benjamin Raich nur Außenseiter auf eine Medaille in der Super-Kombination der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gewesen. Im Slalom wurde es knapper als erwartet und am Ende blieb dem Pitztaler nur der unbelohnte vierte Rang. Der Norweger Aksel Lund Svindal verteidigte seinen Titel erfolgreich, Silber ging an den Südtiroler Christof Innerhofer (1,01 Sek. zurück), der nach Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt nun über einen kompletten WM-Medaillensatz verfügt. Bronze holte dessen Landsmann Peter Fill (1,90).

Nach der Abfahrt am Vormittag hatten auch der tschechische Slalomläufer Ondrej Bank (am Ende Fünfter), der Schweizer Silvan Zurbriggen sowie die US-Amerikaner Bode Miller und Ted Ligety zu den Medaillenanwärtern gezählt. Obwohl diese alle im Slalom ausgeschieden waren, reichte es für Raich um 0,27 Sekunden nicht für das Podest. Der 32-Jährige muss weiter auf seine 14. Medaille bei Olympia und WM warten. Und das ÖSV-Herren-Team in Garmisch auf das zweite Edelmetall nach Hannes Reichelt im Super-G, während die Damen mit dreimal Gold nun schon unerreichbar für die männliche Abteilung sind.

Die Enttäuschung beim Tiroler war groß, zum fünften Mal verpasste er bei einem "Big Event" als Vierter das Podest: "Es ist natürlich schade, es wäre sicher eine Medaille drinnen gewesen, aber es war leider zu wenig. Als Zurbriggen ausgeschieden ist, habe ich mir gedacht, es könnte sich noch ausgehen. Aber ich habe mich getäuscht." In der Abfahrt hatte Raich 3,01 Sekunden verloren, das war zu viel, ein verpasster Linksschwung am Tröglhang kostete ihn letztlich die Medaille. Im Slalom hingegen markierte er die zweitbeste Zeit hinter dem Norweger Lars Elton Myhre.

Für Svindal war es die neunte Medaille bei einem Großereignis, die fünfte in Gold. Der nun vierfache Weltmeister, dessen in Garmisch mit Super-G-Silber schon erfolgreiche Freundin Julia Mancuso im Zielraum mitfieberte, hatte der Konkurrenz bereits auf der knackigen Abfahrt einiges vorgelegt, nach seinem Zielsturz vor ein paar Tagen ("Im Knie habe ich noch ein bisschen Wasser") versöhnte er sich mit der WM. Er ist nur die Nummer zehn im Ranking der erfolgreichste WM-Teilnehmer - ex aequo mit seinem legendären Landsmann Stein Eriksen - und bester noch aktiver.

Rangverbesserungen nach dem Slalom gab es für Joachim Puchner (12.) und Björn Sieber (13.). "Diesmal nehme ich nur Erfahrung mit. Ich habe eine Premiere geschafft, erstmals ein besseres Slalom- als Abfahrtsergebnis. Ich gehe daher mit einem lächelnden Auge nach Hause", sagte der Salzburger Puchner, der nach der Abfahrt 17. (+3,77) gewesen war und die Fahrt als "einzige Katastrophe" bezeichnet hatte. Sieber hatte "Spaß" in seiner Abfahrt (19./+4,00) und genoss anschließend den Slalom: "Wie ich ins Ziel hereingefahren bin, das war ein Traum. Ich bin glücklich," sagte der 21-jährige Vorarlberger nach seinem WM-Debüt.

Medaillenanwärter Romed Baumann war bereits in der Abfahrt ausgeschieden. "Ich habe gewusst, dass ich was riskieren muss, es ist halt wieder einmal nicht aufgegangen, aber der Riesentorlauf kommt noch", machte sich der Tiroler selbst Mut. Im Speed-Teilbewerb einen kleinen persönlichen Erfolg gefeiert hatte Kevin Esteve Rigail aus Andorra. Der 21-Jährige war als Neunter besser gewesen als alle Österreicher, aber auch als der US-Amerikaner Bode Miller. Es war der erste und einzige Bewerb dieser WM, in dem Gastgeber Deutschland keinen Teilnehmer stellte. (APA)

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    In Abwesenheit von Ivica Kostelic nahezu ungefährdet zu Gold: Aksel Lund Svindal.

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    Die Superkombi-Medaillisten: Innerhofer, Svindal und Fill (v.li).

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    Für Christof Innerhofer läuft die WM wie sie besser kaum laufen könnte.

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    Für Benjamin Raich wäre wieder einmal mehr drinnen gewesen, doch der "Blitz aus Pitz" musste sich mit Blech begnügen.

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