Forscher finden an Multipler Sklerose beteiligtes Gen

14. Februar 2011, 14:46
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Veränderungen am CBLB-Gen führt zu signifikant höherem Erkrankungsrisiko

Cagliari - Wissenschaftler des Istituto di Neurogenetica e Neurofarmacologia und der Universität von Cagliari haben ein an der Entstehung der Multiplen Sklerose beteiligtes Gen identifiziert. Im Rahmen der Studie über die neurologische Krankheit wurden erstmalig mehr als sechs Millionen Genmarker und damit das Dreifache der bei anderen Forschergruppen üblichen Datenmenge analysiert.

Projektkoodinator Francesco Cucca, Genetikspezialist und Leiter des Inn-Cnr, erklärte: "Wir haben herausgefunden, dass Veränderungen am CBLB-Gen zu einer signifikanten Erhöhung des Erkrankungsrisikos führen." Dieser bei der Aktivierung des Lymphotenzytenrezeptors beteiligte Erbfaktor produziere ein Protein, das mit mehreren Funktionen ausgestattet sei.

"Die Erkenntnis deckt sich mit Untersuchungen an verschiedenen Tiermodellen", so der italienische Forscher weiter. Bei Mäusen führe das Fehlen des Gens zur autoimmunen Encephalomyelitis, einer Störung des Nervensystems, die der Multiplen Sklerose sehr ähnlich sei. Die Studienergebnisse sind wichtig, da sie eine gute Grundlage für neue Therapieansätze liefern.

Rund 500.000 Betroffene in Europa

Von Multipler Sklerose sind weltweit über drei Millionen und in Europa eine halbe Million Menschen betroffen. Unter Jugendlichen und Heranwachsenden stellt sie das am stärksten verbreitete neurologische Krankheitsbild und einen der wichtigsten Gründe für körperliche Behinderungen dar. Von den mehr als 50.000 in Italien bekannten Fällen stammt ein Großteil aus Sardinien.

Einzelheiten der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Sie war im Rahmen des internationalen Forschungsprogramms Genone Wide Association Study an 883 Sklerose-Patienten und 872 gesunden Menschen durchgeführt worden. "Die Studie soll schon bald auf jeweils 2.000 Patienten und gesunde Freiwillige ausgedehnt werden", berichtet Cucca. (red/pte)

 

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    MR-Bild von durch Multiple Sklerose verursachte Läsionen im Gehirn. Italienische Wissenschafter haben ein an der Entstehung der Krankheit beteiligtes Gen identifiziert.

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