Doppler-Labor für Biobank eingerichtet

14. Februar 2011, 14:20
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Entwicklung neuer Technologien zur Stabilisierung und Analyse von Bio-Proben - Diagnostik-Unternehmen Qiagen als Partner

Graz - Neue Technologien und Wege zur Stabilisierung von Bio-Proben werden am neuen Christian-Doppler-Labor an der Medizinischen Universität Graz entwickelt und erprobt. Das Labor steht in engem Zusammenhang mit der Biobank Graz, einer der größten derartigen Einrichtungen Europas, und wird am Dienstag offiziell eröffnet. Als Partner für das CD-Labor wurde das deutsche Biotech-Unternehmen Qiagen an Bord geholt, teilt die Med-Uni Graz mit.

In Biobanken werden biologische Proben und dazu gehörige Daten gesammelt, bearbeitet und gelagert. Das Material, v.a. Blut- und Gewebeproben, dient der Erforschung von Krankheiten und bildet die Basis für zielgerichtet auf die Patienten zugeschnittene Therapie. Die Medizinische Universität Graz verfügt mit ihrer Biobank über einen der wertvollsten Sammlungen solcher Proben. Sie umfasst rund 4,5 Millionen Proben von erkranktem und gesundem Gewebe, Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Die daraus isolierte DNA, Proteine oder Stoffwechselprodukte werden analysiert und miteinander verglichen, um zu verstehen, wie genetische und umweltbedingte Faktoren Krankheiten verursachen und deren Verlauf beeinflussen. Das bildet die Basis für die Weiterentwicklung von Diagnosemethoden, Therapieansätzen und Präventionsmaßnahmen.

Neue Lösungen für die Probensammlung

Für das neue Christian Doppler Labor ist die Biobank wichtige Arbeitsgrundlage. Hier will man die Entwicklung und Erprobung von Technologien zur Probenstabilisierung und der Analyse der Bio-Proben vorantreiben. Die Mitarbeiter des Labors beschäftigen sich u.a. mit neuen Lösungen für die Probensammlung und arbeiten an der Etablierung eines robusten und einfachen Verfahrens für die Analyse von Hochrisiko-Pathogenen in Geweben. Insbesondere will man die Möglichkeiten des "next generation sequencing" ausloten - eine Sequenzierungsmethode, mit der man genetische Analysen schneller und kostengünstiger erstellen will. Weiters wollen die Grazer Forscher neue Lösungen für die Konservierung für Metabolomstudien (Studien, in denen die Gesamtheit aller Stoffwechselprodukte einer Zelle oder eines Gewebes erfasst werden) finden.

"Ich sehe das Labor als Schlüsselinitiative für die europäische Positionierung von Graz in Hinblick auf die zukünftige Rolle als Sitz der europäischen Forschungsinfrastruktur für Biobanken und biomolekulare Ressourcen", so Laborleiter Kurt Zatloukal. Der Grazer Pathologe ist auch Koordinator des EU-Projektes BBMRI, das die Vernetzung der europäischen Biobanken zum Ziel hat. Als CD-Industriepartner hat Zatloukal das Unternehmen Qiagen, laut Med-Uni ein globaler Marktführer von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien für die molekulare Diagnostik, an Bord geholt. Das Gesamtbudget des Labors für die nächsten fünf Jahre beträgt rund 950.000 Euro. (APA)

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