Neuer Anlauf für Absetzung Rudolf Tuceks

14. Februar 2011, 14:15
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VI-Aufsichtsratschef Jurkowitsch berief außerordentliche Sitzung für 24. Februar ein

Wien - Zur geplanten Abberufung des Geschäftsführers Rudolf Tucek unternehmen die Haupteigentümer des Hotelbetreibers Vienna International (VI) übernächste Woche einen neuen Anlauf. Wie die "Presse" berichtete, ist für den 24. Februar eine weitere außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen worden, bei der Tucek abgesetzt werden soll. Am 2. Februar hatten nur vier der sechs Aufseher für einen Abgang des Managers votiert. Dennoch war danach verkündet worden, Tucek müsse wegen "mehrerer Vorfälle" und "unterschiedlicher Auffassungen über die Unternehmensführung" gehen. Seither wird öffentlich gegenseitig "Schmutzwäsche" gewaschen.

Am 2. Februar hatten, wie berichtet, bei der Sitzung des sechsköpfigen Kontrollgremiums der VI nur die vier Vertreter der Warimpex-Fraktion für Tuceks Abgang gestimmt. Dabei handelt es sich um VI-Aufsichtsratschef Franz Jurkowitsch und dessen Tochter Michaela sowie um Georg Folian und dessen Sohn Daniel. Jurkowitsch, CEO des börsenotierten Immobilien- und Tourismus-Konzerns Warimpex AG, hält über seine Amber Privatstiftung 30,36 Prozent an der VI, ebensoviel hält Folian. Zusammen forcierten die beiden den Tucek-Abgang.

Auf die Seite von Tucek stellten sich dagegen die VI-Aufsichtsratsmitglieder Friedrich Grassi (hält 20,57 Prozent der Anteile) und Manfred Kunze. AR-Vize-Vorsitzender Kunze ist Vorstand der RBL Privatstiftung, die 8,36 Prozent an der VI hält und Tucek zuzurechnen ist. Kunze und Grassi planen laut "Presse" nun sogar, die Ablösung Tuceks vor Gericht zu bekämpfen. Dieser selbst will seine Abberufung ja vor dem Handelsgericht Wien anfechten.

Abberufung auf der Tagesordnung

Dessen ungeachtet hat AR-Chef Jurkowitsch für 24. Februar eine ao. AR-Sitzung einberufen. Auf der Agenda steht erneut die "Abberufung von Rudolf Tucek", und zwar "wegen grober Pflichtverletzung, insbesondere wegen der Veranlassung bzw. des Abschlusses von für die VI nachteiligen Untermietverträgen mit ihm nahestehenden Gesellschaften", wie es heißt. Tucek habe als VI-Vorstandschef Verträge ausverhandelt, bei denen die VI schlecht, die Cube-Hotels gut ausgestiegen seien, lautet der gegen ihn gerichtete Vorwurf. Das weist Tucek zurück: "Ich habe die VI nicht geschädigt", sagte er zur Zeitung. Die VI betreibt nicht nur Hotels der Warimpex, sondern auch die Cube-Hotels, die mehrheitlich Tucek gehören. Die Vienna International Hotelmanagement AG ist für 34 Hotels in ganz Europa verantwortlich und stellt dem Bericht zufolge einen Firmenwert von bis zu 100 Mio. Euro dar. Der Zeitung bestätigte Jurkowitsch Pläne, die VI bis 2012 an die Börse zu bringen.

Am vergangenen Montag hatte sich AR-Chef Jurkowitsch in einer Aussendung zuversichtlich gezeigt, "Im Sinne des weiteren Erfolges der Vienna International Hotelmanagement AG sowie auch aller Beteiligter, die Angelegenheit gemeinsam mit meinen Aufsichtsratskollegen, dem Vorstand der VI sowie auch den VI-Mitarbeitern im Sinne des Unternehmens intern lösen zu können, ohne dies detailliert in die Öffentlichkeit zu tragen". (APA/red)

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