Staat soll sich aus Unternehmen zurückziehen

14. Februar 2011, 12:23
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Wien - Der Chef des börsenotierten Stahlriesen voestalpine hat einmal mehr eine Lanze für weitere Entstaatlichungen in Österreich gebrochen. "Gerade in Zeiten, wo Millionen zur Budgetsanierung gebraucht werden, wäre es lohnenswert, über Privatisierungen nachzudenken", sagte Wolfgang Eder laut Vorabdruck des am Dienstag erscheinenden "Top-Gewinn" in einem Interview. Der Staat soll sich weiter aus heimischen Unternehmen zurückziehen. "Der Staat ist für mich in der Regel nicht der richtige Eigentümer."

Privatisierungspotenzial ortet der Stahl-Boss etwa bei der staatlichen Autobahngesellschaft Asfinag. Bei den ÖBB hingegen sei eine Entstaatlichung "vermutlich erst in zehn Jahren sinnvoll".

In den Bereichen Energie, öffentliche Dienstleistungen und Medizin hält er eine Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie für empfehlenswert. "Der Staat muss sich ja nicht überall komplett zurückziehen."

Die voestalpine selbst will den Angaben zufolge nichts veräußern, schon gar nicht die Edelstahldivision Böhler-Uddeholm, auch wenn sich der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal gerade von seiner Edelstahlsparte getrennt habe und der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp das Gleiche vorhaben könnte. "Für die voestalpine ist die Edelstahlsparte ein unverzichtbarer Teil des Unternehmens."

Die ehemalige Voest-Alpine Stahl AG, einst Inbegriff der Verstaatlichten, notiert seit 1995 an der Börse. 2003 wurde die Vollprivatisierung beschlossen, zwei Jahre später war die Entstaatlichung abgeschlossen. Weitere zwei Jahre später übernahm die Voest den (damals ebenfalls börsenotierten) Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm. (APA)

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