Jelineks "Rechnitz" erstmals in Israel gespielt

14. Februar 2011, 11:51
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Große Zustimmung für Gastspiel der Münchner Kammerspiele in Tel Aviv

Tel Aviv - Das Stück "Rechnitz (Der Würgeengel)" von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ist zum ersten Mal in Israel aufgeführt worden. Die Münchner Kammerspiele gastierten am Wochenende mit einer Inszenierung aus dem Jahr 2008 für zwei Vorstellungen am Cameri-Theater in Tel Aviv. Das überwiegend ältere Publikum reagierte auf das verstörende Bühnenstück mit großer Zustimmung und zum Teil heftigen Reaktionen. "Ich bin erschüttert", sagte ein Zuschauer und Holocaust-Überlebender nach der Vorstellung.

Das Stück behandelt das Massaker an 180 jüdischen Zwangsarbeitern, die während einer Feier von SS-Offizieren und Gestapo-Führern im März 1945 auf dem burgenländischen Schloss Rechnitz erschossen wurden. Das Massengrab wurde bis heute nicht gefunden. Das Stück befasst sich mit einer "Kultur des geschwätzigen Verschweigens" im Umgang mit dem Vorfall.

Der Regisseur Jossi Wieler, selbst Sohn Schweizer Juden, sagte am Sonntagabend bei einer Publikumsdiskussion in Tel Aviv: "Der Text tut weh." (APA)

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