Mit Herz und mit Hirn Blumen schenken

14. Februar 2011, 14:11
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In Europa stehen sie dekorativ am Tisch, in Afrika machen sie die Arbeiter krank: Rosen mit Fairtrade-Siegel sind eine Alternative - frei von Pestiziden

Am Valentinstag steigt der Umsatz des Blumenhandels. Doch viele Blumen, die nach Europa exportiert werden, entstehen unter arbeitsrechtlich und ökologisch verheerenden Bedingungen. Die Kampagne "Fair Flowers - Mit Blumen für Menschenrechte" informiert darüber, wo man Alternativen finden kann. Eine aktuelle Studie von UWEA, einer Organisation für ArbeiterInnenbildung, macht auf die Folgen des Pestizideinsatzes in der Ugandischen Blumenproduktion aufmerksam, die hauptsächlich nach Europa exportiert.

Fehlende Schutzkleidung

Darin wird unter anderem berichtet, dass ArbeiterInnen in allen Produktionsschritten mit Pestiziden in Kontakt sind. Mehr als 40 Prozent der Befragten tragen keine Schutzkleidung. Fehlende oder mangelhafte Schutzkleidung, geringes Wissen über den korrekten Einsatz und das gemeinsame Waschen der Arbeits- mit der privaten Kleidung führen zu Atembeschwerden, Hautausschlägen und Unfruchtbarkeit.

"Die EigentümerInnen der Farmen ignorieren nationale und internationale Standards für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Den zuständigen Regierungen fehlt der politische Wille, die Umsetzung von Arbeitsrechten zu kontrollieren", klagt Sophie Veßel, Koordinatorin der Kampagne bei FIAN Österreich, an.

Steigende Nachfrage nach Fairtrade

Immer mehr ÖsterreicherInnen entscheiden sich daher für Rosen mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel: Im Jahr 2010 wurden davon 23,9 Millionen Stück verkauft. Das stellt eine Steigerung von 99 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar.

Forderung nach strengeren Kontrollen

Nicht nur die Eigenverantwortung des Konsumenten ist gefragt. Strengere Kontrollen von Rückständen der Pestizide auf Blumen, die von der Europäischen Union importiert werden, wie auch die verpflichtende Kennzeichnung des Ursprungslandes seien notwendig, fordern FIAN und die Volkshilfe Wien. Weiters sollten öffentliche Institutionen, BlumenhändlerInnen wie auch KonsumentInnen nur Blumen kaufen, die sozial- und umweltgerecht produziert wurden.

"Viele ArbeiterInnen fürchten, aufgrund von Verletzungen und möglichen langfristigen Folgen der Arbeit mit Pestiziden ihre Familien nicht mehr ernähren zu können. Auf der anderen Seite ist aber die Abhängigkeit vom Arbeitsplatz so groß, dass sie es meist nicht wagen, ihr Recht auf bessere Arbeitsbedingungen einzufordern," berichtet Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe Österreich. (jus, derStandard.at, 14.2.2011)

Konsumenten-Information

FLP-Gütesiegel: Verschiedene Schnittblumensorten des Gütesiegels Flower Label Program (FLP) sind bei GroßhändlerInnen und bei rund 90 österreichischen FloristInnen erhältlich.

FAIRTRADE-Gütesiegel: Rosen mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel werden in österreichischen Supermärkten und Floristikfachgeschäften angeboten.

Link zur Online Petition
Fair Flowers

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    Blumen die krank machen: Noch immer werden Blumen in Afrika hergestellt, bei deren Produktion die ArbeiterInnen krank werden. Die Pflanzen landen meist als Dekoration in europäischen Blumenvasen.

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