Neuer Chef des "News"-Verlags will Portfolio weiter ausbauen

14. Februar 2011, 11:11
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"Binnen zwei Jahren" - 45-Jähriger übernimmt am 15. Februar das Ruder in der Taborstraße

Die Verlagsgruppe News steht ab Dienstag unter neuer Leitung. Nach dem Ausscheiden von Oliver Voigt übernimmt der von Mehrheitseigentümer Gruner + Jahr entsandte Matthias Schönwandt (45) offiziell am 15. Februar 2011 die Geschäfte. Schönwandt will das Portfolio binnen zwei Jahren ausbauen.

Schönwandts Vorgänger Voigt sprach bei seinem Ausscheiden im Dezember davon, das "beste Ergebnis der Gruppe" hinterlassen zu können. Wie dieses aussieht, verrät der neue "News"-Chef nicht. Nur soviel: "Die Umsatzrendite ist deutlich zweistellig und in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert worden." Entsprechend sieht er auch keinen "akuten Handlungsbedarf" im Portfolio. 14 von 15 Titeln seien profitabel, sagte Schönwandt. "Trotzdem sehe ich mich auch als aktiven Portfoliomanager, das heißt, wir werden für jeden Titel die mittel- bis langfristigen Perspektiven bewerten und danach handeln."

"First" sei "auf einem guten Weg"

Das immer wieder als Wackelkandidat gehandelte "First" sei "seit 2007 auf einem guten Weg", sagte er. "Ich bin sicher, dass im hochwertigen Women-Lifestyle-Segment eine inspirierende und nutzwertorientierte 'First' beste Chancen hat, sich weiter positiv zu entwickeln." Grundsätzlich glaubt Schönwandt daran, dass "in einem printaffinen Land wie Österreich" noch Platz für weitere Magazintitel sein könnte. "Insofern ist mein erklärtes Ziel, in zwei Jahren mehr als 15 Titel in unserer Verlagsgruppe News herauszugeben."

Die Entwicklung des Flaggschiffs "News" unter dem vor einem Jahr eingesetzten Chefredakteur Peter Pelinka sieht der Verlagschef positiv. Das Magazin baue seine "journalistische Kraft und inhaltliche Relevanz weiter aus", so Schönwandt. "Bei Printtiteln wie 'News' ist aber jeder Veränderungsprozess von längerer Dauer, und wir wollen auch über Marktforschung gemeinsam mit unseren Lesern ermitteln, wie 'News' noch erfolgreicher positioniert werden kann." Die Ausrichtung des Heftes sei ein "Teamplay" aus Chefredaktion, Marketing und Vermarktung und werde "in den nächsten Monaten in gemeinsamen Diskussionen stattfinden".

Das zum Wirtschaftsmagazin mutierte "Format" ist laut Schönwandt "nachhaltig profitabel und weist in den vergangenen Mediaanalysen stabile Reichweiten aus". Auch von den Agenturen und Werbungtreibenden werde das Heft sehr positiv bewertet. Chefredakteur Andreas Lampl und sein Team würden "einen super Job" machen.

Digitalstrategie

Vor seinem Engagement in Wien war Schönwandt unter anderem im deutschen Supplementverlag für die Digitalstrategie verantwortlich. Sieht er dahingehend Handlungsbedarf in der "News"-Gruppe? "Grundsätzlich glaube ich, dass auch in Zeiten steigenden digitalen Medienkonsums die Notwendigkeit von Orientierung und Einordnung von Information durch Qualitätsmedien wie die unserer Verlagsgruppe News wichtig bleibt. Dafür braucht es journalistische Kompetenz zum einen, aber auch Veränderungsbereitschaft in Redaktion und Verlag. Insofern ist die Entwicklung einer Digitalstrategie für die gesamte Verlagsgruppe wichtig, muss sich aber an ihren Monetarisierungschancen messen lassen." Mit einer Einschränkung: "Nur etwas Digitales zu machen, weil es alle machen, hilft wenig, wir müssen für den Nutzer einen Mehrwert generieren, der uns hilft, diesen Kontakt über Nutzungs- oder Vermarktungserlöse zu monetarisieren."

Ausbauen will er das Engagement des Verlages auf Apples iPad. Man sei mit der "News"-App sehr zufrieden, die bereits über 20.000 Mal heruntergeladen worden sei. "Wir werden Apps für unsere Magazine dort einsetzen, wo wir Erlöspotenzial sehen, also die beste 'Börsenapp' für österreichische Anleger aus 'Format', die erfolgreichste 'Styleapp' aus 'Woman' oder 'First' oder die beste 'TV-App' aus 'tv-media' könnten nächste Projekte werden." (APA)

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  • Schönwandt: "Sehe ich mich auch als aktiven Portfoliomanager, das heißt, wir werden für jeden Titel die mittel- bis langfristigen Perspektiven bewerten und danach handeln."
    foto: toni mader / rtv media group

    Schönwandt: "Sehe ich mich auch als aktiven Portfoliomanager, das heißt, wir werden für jeden Titel die mittel- bis langfristigen Perspektiven bewerten und danach handeln."

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