Tunesien verbittet sich Einmischung von Italien

14. Februar 2011, 07:41
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Ansturm von Bootsflüchtlingen: Rom will um Erlaubnis für italienische Polizisten auf tunesischem Territorium anfragen

Angesichts der italienischen Forderungen im Zusammenhang mit dem Ansturm von Bootsflüchtlingen aus Tunesien hat das Außenministerium in Tunis sich jegliche Einmischung des Auslands verbeten. Ein Ministeriumsvertreter sagte der amtlichen tunesischen Nachrichtenagentur TAP am Montag, Tunesien bekräftige "die kategorische Ablehnung jeglicher Einmischung in seine inneren Angelegenheiten". Allerdings fühle sich das Land weiterhin stark verpflichtet, "die hergestellte Beziehung der Freundschaft und der Zusammenarbeit zu Italien zu erhalten und sie weiter auszubauen".

In einer Erklärung des tunesischen Außenministeriums hieß es ebenfalls, die Übergangsregierung sei bereit, bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten. "Tunesien möchte diese Frage mit den italienischen Verantwortlichen bei den nächsten Kontakten im Laufe der kommenden Tage in aller Transparenz untersuchen", hieß es in der Erklärung weiter.

Anfrage für italienische Polizisten

In den vergangenen Tagen waren rund 5.000 Menschen, zumeist Tunesier, aus dem nordafrikanischen Land in Booten auf die kleine italienische Insel Lampedusa geflüchtet. Angesichts der Flüchtlingsmassen rief Italien den humanitären Notstand aus. Der italienische Innenminister Roberto Maroni kündigte an, Tunis um eine Erlaubnis für den Einsatz italienischer Polizisten auf tunesischem Territorium zu bitten. Das stieß bei der tunesischen Regierung allerdings auf Ablehnung. Maroni wollte am Montagnachmittag zu einem kurzfristig angesetzten Besuch in Tunesien eintreffen. (APA)

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