Überraschungen bei Grammys: Lady Antebellum räumt mit Country-Song ab

14. Februar 2011, 11:29
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Favoriten Eminem, Katy Perry und Justin Bieber wurden enttäuscht - Indie-Gruppe Arcade Fire siegte in Königsdisziplin - Jazz-Bassistin beste Newcomerin - Arnold Schönberg Chor ging leer aus

Los Angeles - Ein poppiger Country-Song hat bei den Grammys richtig abgeräumt. Lady Antebellum hat am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles gleich vier der begehrtesten Musikpreise der Welt für ihr Stück "Need You Now" - als Song und als gleichnamige Platte - bekommen. Die Band aus Nashville hatte sich vor nicht einmal fünf Jahren gebildet. Lady Gaga bekam drei der kleinen goldenen Grammophone, ansonsten enttäuschten die Favoriten: Eminem ging, obwohl zehnmal nominiert, nur mit zwei Trophäen nach Hause, Justin Bieber und Katy Perry sogar gänzlich mit leeren Taschen.

"Need You Now" wurde in gleich zwei der drei wichtigen Kategorien geehrt, als bester Song und als beste Aufnahme des Jahres 2010. Damit wurden einmal die Interpreten und einmal Komponisten und Texter des Liebesliedes geehrt - jeweils das Trio aus Tennessee. Der Titel - nicht hundertprozentig Country, sondern sehr poppig - bekam auch noch die Preise als bester Country-Song und beste Country-Darbietung. Beste Platte wurde "The Suburbs" von der kanadischen Independent-Band Arcade Fire. Insgesamt wurde der Grammy heuer in 109 Kategorien vergeben.

Pop: Lady Gaga und Buno Mars

Beste Popsänger des Jahres wurden Lady Gaga und Bruno Mars. Die 24-jährige New Yorkerin bekam den Preis für "Bad Romance" von ihrem Album "The Fame Monster", der ein Jahr ältere Rhythm-and-Blues-Musiker aus Hawaii für "Just The Way You Are". Mars war sechsmal nominiert, er bekam nur einen Preis. Eminem hatte sich nach Jahren der Krise eindrucksvoll wieder zurückgemeldet, doch aus zehn Nominierungen wurden nur zwei Grammys. Katy Perry legte wieder eine pompöse Bühnenshow hin, geehrt wurde sie nicht. Und auch Teeniestar Bieber ist zwar gerade mit einem Konzertfilm außerordentlich erfolgreich und begeisterte zusammen mit Usher das Publikum in Los Angeles. Aber auch er ging preislos nach Hause.

Beste Popgruppe wurde Train. Die drei erhielten für den eingängigen Song "Hey, Soul Sister" den Preis als "Bestes Duo/Beste Gruppe". "Danke Justin Bieber, dass Du kein Duo und keine Gruppe bist", sagte Sänger Patrick Monahan in Anspielung auf den 16 Jahre alten Mitfavoriten. Bester Rocksong wurde "Angry World" von Neil Young, der im November 65 Jahre alt wurde.

Enttäuscht konnte der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer sein. Gleich zwei der fünf Nominierungen für die beste Filmmusik lauteten auf den Namen des Frankfurters. Das Grammophon ging aber an Randy Newman für den Soundtrack zu "Toy Story 3". Leer gingen auch der Arnold Schönberg Chor mit dem Ensemble Concentus Musicus Wien unter Nikolaus Harnoncourt aus, die für "Bach: Cantatas" für die beste Chordarbietung nominiert waren. Der einzige österreichische Beitrag bei der heurigen Grammy-Verleihung musste sich dem Chicago Symphony Chorus unter Riccardo Muti geschlagen geben.

Newcomerin: Esperanza Spalding

Als musikalische Newcomerin des Jahres wurde die Sängerin und Jazz-Bassistin Esperanza Spalding geehrt. Das 26-jährige Multitalent von der US-Westküste setzte sich unter anderem gegen Justin Bieber durch. Die Musikerin, die sich im Jazz-Bereich einen Namen gemacht hat, zeigte sich völlig überrascht über die Auszeichnung. "Danke, dass Sie mich überhaupt in dieser Kategorie nominiert haben", sagte sie. Es war das erste Mal seit 35 Jahren, dass der Newcomer-Grammy an einen Jazzmusiker vergeben wurde. Nominiert waren in der Kategorie zudem noch der Sänger Drake sowie die Bands Florene & The Machine sowie Mumford & Sons.

Tributes mit Bob Dylan und Mick Jagger

Mumford & Sons und ihre Folk-Rock-Kollegen The Avett Brothers traten auch im Rahmen eines "Special Salute to Acoustic Music" auf. Nach Einzel-Performances begleiteten sie Bob Dylan ausgerechnet bei jenem Song, mit dessen Elektrifizierung dieser 1965 beim Newport Folk Festival für Furore gesorgt hatte: "Maggie's Farm". Unter den dienstältesten Performern fand sich auch Barbra Streisand mit "Evergreen."

Rolling-Stones-Frontman Mick Jagger gab sein Grammy-Debüt mit einer Version von "Everybody Needs Somebody To Love" zu Ehren der verstorbenen Soul-Ikone Solomon Burke. Mit einem Tirbute für eine Soul-Legende hatte die diesjährige Grammy-Zeremonie auch begonnen: Jennifer Hudson, Yolanda Adams, Christina Aguilera, Martina McBride und Florence Welch erwiesen mit ihren Auftritten Aretha Franklin ihre Reverenz. (APA/red)

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    Surprise: Lady Antebellum räumt ab.

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    Lady Gaga schlüpft während ihrer Grammy-Performance aus dem Ei.

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    Arcade Fire streifen den Grammy für das "Album of the Year" ein.

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    Bob Dylan stürmt mit Mumford & Sons und den Avett Brothers durch "Maggie's Farm".

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