"Hallo Alex" Wrabetz

Meischberger urgierte bei Wrabetz Gegenleistung für Generalswahl

13. Februar 2011, 19:20
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    foto: apa/schlager

    Walter Meischberger, damals Stiftungsrat auf Vorschlag des BZÖ, am 17. August 2006 im ORF-Stiftungsrat - als das Gremium Alexander Wrabetz zum General wählte.

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    foto: fidler

    D-ORF-Konzept.

ORF-General habe ihm jährlich drei Millionen Euro für eine wöchentliche Sendung versprochen - In Buchhaltung Überweisungen über 8000 Euro für Präsentationen Wrabetz' und Prantners

Wien - Der ORF kam laut dessen Buchhaltung mit 8000 Euro davon, obwohl Walter Meischberger als Stiftungsrat des BZÖ 2006 Alexander Wrabetz' Wahl zum General ermöglichte. "Vielleicht blieb es dabei, weil der Standard das Konzept für D-ORF aufdeckte", scherzt ein hoher ORF-Mann.

Denn Meischberger verlangte laut "Profil" per Mail von Wrabetz 2007, ein Jahr nach der ORF-Wahl, dessen "Teil der Vereinbarung". Er habe ihm jährlich drei Millionen Euro für eine wöchentliche Sendung versprochen. 

"Auch deinen Teil der Vereinbarung einhalten"

O-Ton des Mails vom 30. August 2007: "Hallo Alex, fast genau auf die Stunde vor einem Jahr wurdest Du in einer spektakulären Wahl zum neuen ORF General gewählt, während Monika Lindner verweint den Küniglberg verlassen musste. Dein größter Sieg und ein Bilderbuchstart* in eine neue Karriere. Damit ist es bereits ein Jahr her, dass ich meinen Teil unserer Vereinbarung eingehalten habe, obwohl das damals gar nicht so einfach war, während Du - nach wie vor - keinerlei Anzeichen gibst, auch deinen Teil der Vereinbarung einzuhalten." Profil zitiert weiter: "Nach vielfachen Versuchen und einem deutlichen SMS habe ich Mitte Mai einen Frühstückstermin erhalten. (...) Ich warte bis heute noch auf jenen Anruf, den du mir damals angekündigt hast." 

"Um für Dich kein politisches Aufsehen zu erzeugen"

Zur "Vereinbarung": "Ich möchte dir folgende Dinge in Erinnerung rufen, die Du mir gesagt hast und die sogar teilweise von Dir selbst eingefordert bzw. konstruiert worden sind." Nämlich inbesondere die TV-Sendung: "Ursprünglich warst Du von meiner Idee einer TV-Sendung als Magazin für 45+Jährige begeistert. (...) Ich möchte Dich daran erinnern, das Du mir das Budget von 3 Mio. Euro pro Jahr für eine wöchentliche Magazinsendung an einem Sendeplatz auf ORF 2 vorgegeben hast. Ein dazu von Dir handgeschriebener Zettel mit diesem Budget und der Konstruktion liegt heute noch in meiner Schublade. Wir haben auch ein mögliches Firmenkonstrukt geplant, um für Dich kein politisches Aufsehen zu erzeugen."

Meischberger erklärte "profil", er könne sich an das Mail nicht erinnern und zweifle seine Echtheit "ernsthaft" an. An den Vorschlag des Fernsehmagazins erinnert er sich allerdings.

D-ORF-Kontakte

2009 lieferte Meischberger dann das Social-Media-Konzept "D-ORF" mit Features wie Partner- und Tauschbörsen, wie sie das ORF-Gesetz inzwischen auch wörtlich verbietet, was sich damals aber schon aus dem EU-Wettbewerbsverfahren gegen Deutschland abzeichnete.

Meischberger sagte damals, Wrabetz habe das Konzept bestellt, und nannte den General öffentlich ein "Weichei", als der einen Auftrag dafür nach STANDARD-Veröffnentlichung verneinte. Der damalige ORF-Sprecher Pius Strobl schilderte die Kontakte in Sachen D-ORF 2009 so:

"1. Herr Walter Meischberger hat mit dem Generaldirektor des ORF, Herrn Dr. Alexander Wrabetz, am 21.02.2008 über verschiedene mediale Entwicklungen diskutiert und den Generaldirektor mit einer mündlich geäußerten Online-Idee befasst, die Meischbergers Meinung nach "... für die Unternehmenszukunft von Bedeutung sein könnte."

2. Am 27. Mai hat Herr Meischberger erste rudimentäre Ideen in einigen handschriftlichen Notizen bei einem Termin hergezeigt. Generaldirektor Dr. Wrabetz hat Meischberger zugesagt, dass sich bei einer ausgereiften Präsentation die zuständigen Stellen des Hauses - bei Onlineprojekten ist dies führend die Onlinedirektion - damit befassen würden.

Schon damals hat der Generaldirektor darauf hingewiesen, dass bei einer Präzisierung dieser Ideen unbedingt auf die nationalen Rechtsgrundlagen des ORF und die europarechtlichen Rahmenbedingungen Bedacht zu nehmen sei.

3. Im ORF ist es wie anderen Unternehmen üblich, dass Projekte und Ideen möglichst präzise schriftlich ausgearbeitet werden, damit die zuständigen Stellen sie prüfen können.

4. Am 16. Juli fand ein Präsentationstermin im ORF statt, bei dem Herr Meischberger eine (Power Point) Präsentation - das Handout hat einen Textumfang von 29 Seiten - darbot. Generaldirektor Dr. Wrabetz war bei dieser "Projektpräsentation" nur anfangs anwesend und verwies in seinem Statement darauf, dass der Onlinedirektor für das weitere Prozedere zuständig sei und das Projekt nach der Präsentation den vollkommen üblichen Weg gehen würde, nämlich es zuerst der Rechtsabteilung zur grundsätzlichen Prüfung vorzulegen.

5. Die Prüfung der Rechtsabteilung ergab mit Stellungnahme vom 21. August, dass der Kern der Projektideen mit den rundfunkgesetzlichen Bestimmungen, auf deren Basis der ORF seine Geschäftstätigkeit entfaltet, nicht vereinbar ist.

6. Dieses Prüfungsergebnis wurde dem Onlinedirektor als Verantwortlichem zur Kenntnis gebracht."

800 Euro für Präsentationen von Wrabetz und Prantner

8000 Euro zahlte der ORF Meischberger 2009 nach Infos des STANDARD für Design von Präsentationen von Wrabetz zur ORF-Strategie 2015 (mehrere Termine etwa vor Aufsichtsgremien und Belegschaft) und Onlinedirektor Thomas Prantner (multimediale Präsentation für einen Vortrag). (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 14.2.2011, online ergänzt)

* Meischberger las offenbar wenig Zeitung - Ende August laborierte der ORF längst an Wrabetz' vermeintlich "größter Programmreform" aller Zeiten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
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Gerhard Weichselbaum
00
17.2.2011, 15:15
Kleiner Fehler unter Punkt 3.

3. Im ORF ist es wie anderen Unternehmen üblich, dass Projekte und Ideen möglichst präzise schriftlich ausgearbeitet werden, damit die zuständigen Stellen sie STEHLEN können.

Fragestunde
00
17.2.2011, 05:09
ich kann nich mehr

wenn des so weiter geht
und der HR sauber rauskommt dann bin ich der erste Österreicher seit 45 der in D
Politische asyl ersuchen wird
geht scheissen
des darf doch nich wahr sein ..

cuibono
00
15.2.2011, 21:28
Das ist der Schlüsselsatz, der für alle Meischberger-Grasser-Plech-Hochegger-Deals Gültigkeit hat:

"Wir haben auch ein mögliches Firmenkonstrukt geplant, um für Dich kein politisches Aufsehen zu erzeugen."

Ein Labyrinth aus Briefkastenfirmen, Stiftungen, Offshore-Beteiligungen soll also die von diesen Herren gewünschte Unschuldsvermutung erzeugen. Es ist zu hoffen, dass in absehbarer Zeit nicht nur Herr Meischberger, sondern auch seine Kompanions vor dem Staatsanwalt supernackt dastehen werden.

Fragestunde
00
16.2.2011, 11:49
ich glaub du

denkst zu kompliziert

der walter hat sich sicher nur nen deppen gesucht der des ganze für Ihn produziert ..

und er bekommt dann seinen teil wieder
für ne beratung bei der firma
glaub eher das er mit firmenkonstrukt
meint das er nen dummen gefunden hat welche seine firma hinhält und walter (für alle ) raushält
und schon san die hr sauber ..

Basisdemokrat
00
15.2.2011, 09:31
Antwort

Gibt es zu dem Mail auch eine Antwort ? Ich meine, ich kann heute auch eine Mail an Wrabetz schreiben und darin alles Mögliche behaupten. (Was nicht heißen soll, dass das Mail von Meischberger nicht durchaus echt sein kann - nur rein prinzipiell)

Besen Ding
 
00
15.2.2011, 02:29
Egal was an dieser Geschichte wieder dran ist, oder nicht.

Die Optik ist dermassen fürchterlich und beschädigend für ein Unternehmen, dass jeder anständige Manager schon im eigenen Interesse sofort seine Organfunktion niederlegen würde und darauf bestehen würde entweder neu und einstimmig bestellt zu werden, oder es eben sein zu lassen.
Eine lückenlose Aufklärung durch unabhängige Dritte natürlich vorausgesetzt.
Aber ich bin ja ein Dummerchen! Anstand! Was für ein altmodisches Wort. Völlig unmodern heut zu Tage wo ja eh alles "supersauber" ist auch bei den "Supernackerten".

Ich Gutmensch , weltfremd und ignorant , ...
00
14.2.2011, 18:54
Ich sage es ja oft im Freundeskreis : Mach dir das Leben nicht so kompliziert - Es ist alles viel einfacher

Eigentlich Leider - Weil wenn es kompliziert waere waeren 90% der Menschen schon verhungert oder haetten zumindest andere Probleme als Hundstruemmerln oder sonstige -kleine Maenner- Probleme

Hannah870
04
14.2.2011, 18:01

Wrabetz müsste Meischberger entweder sofort klagen oder zurücktreten.

bärli bär
00
14.2.2011, 17:26
Kann das sein dass der Standard den Wrabetz abmontieren will?

Die Info ist ja net unbedingt neu.

Was net heißen soll das ich irgendeine dieser Aktionen gut finde.
DORF einfach n zamkopiertes geistig geklautes Geschreibsel, rechtliche ne Totgeburt.

3 Mille ... ich würd jetzt mal den Zusammenhang Chili.tv und Meischberger ableuchten.
Das passt so verdächtig gut zusammen von aussen betrachtet.

Schilcherfreund
00
14.2.2011, 17:12
Meischis Schublade:

Das österreichische Gegenstück zu J. Edgar Hoovers Privattresor.

Edi Rudlinger
01
14.2.2011, 16:31
am sonntag dem 20.2.2011

heißt dann "im zentrum" : meischberger - opfer oder täter?

Kalvarienberg
00
14.2.2011, 15:56
Überall diese schlichten Gemüter mit höchster krimineller Energie...

marie berg
11
14.2.2011, 15:48
und so

findet auch ein meischberger seinen meister. irgendwie doch kein weichei, der wrabetz. falls die geschichte stimmt.

pedro lamme
00
14.2.2011, 15:37
wieso kann man sich den GI Posten dermaßen ausschnapsen?

die Dimesnionen des Geschacheres sind unglaublich.

roterbruder1
00
14.2.2011, 15:14
wos woa sei leisdung?

speedbrain
00
14.2.2011, 15:13

ich glaub´ dass wir den meischi-grinser nicht so bald wieder sehen werden....

helmut spirrer-wegerle
04
14.2.2011, 14:00
Meischberger ist wahnsinnig angefressen....

Ursprünglich sollte er als Gegenleistung für Wahlstimmer Online Direktor werden. Er mußte vielmehr neidig zusehen wie der grüne Stiftungsrat Pius Strobl einen Monstergage-Posten beim ORF erhielt. Nach erfolgter Wahl gab es keine Dank-Abstattung an den Meischi was ihm den Schaum vor den Mund trieb.

kingkade21
06
14.2.2011, 13:32
Da tauchen aber eine paar weitere interessante Frage auf:

Wenn die Wahl geschoben war (was ja offensichtlich ist), ist sie dann überhaupt gültig??

Ist also der Wrabetz rechtmäßiger ORF-Chef?

Könnte die Wahl angefochten werden, rückgängig gemacht werden etc. ?

helmut spirrer-wegerle
04
14.2.2011, 12:19
und wie wird bei der kommenden GI Wahl gepackelt?

schaut aus, als ob die meisten Stiftungsräte ihre Stimme verkaufen: Her mit einem Job für mich oder für meinen Sohn. Her mit einem Pseudo-Marktforscungsauftrag, her mit der Erstellung einer Bla-Bla Analyse. Wir schimpfen auf die Korruption in Afrika, kehren aber nicht vor unserer eigenen Tür. So ein verdammter Sumpf.

KTHXBYE
00
14.2.2011, 14:58

Auf die Korruption in Afrika wird üblicherweise dann geschimpft, wenn wieder mal Europa für alles verantwortlich gemacht wird, was die lokalen Clanhäuptlinge verbrechen. Ansonsten ist es völlig egal, wie korrupt die Afrikaner sind.

oskar schamig
01
14.2.2011, 12:10
Prantner ist doch beim ORF angestellt!

wieso verrechnet er dem ORF etwas für eine Präsentations-Aufbereitung von Maischberger`s Ideen, häh? Diese Aufbereitung hat er doch während seiner Arbeitszeit gemacht, oder? Ja hat denn keiner mehr einen Genierer? Samma beim Mubarak?

der mit den Schlümpfen tanzt
00
14.2.2011, 13:18

ich werde einen schmutzigen Schuh in Richtung ORF richten!

Ole
03
14.2.2011, 11:06
Powerpoint

Ich möchte auch für eine Powerpoint-Präsentation EUR 8.000 bekommen! Alex just call me!

Walter Kaiser.
00
14.2.2011, 12:15
Oder nur 800, wenn man der Überschrift trauen darf

SOUND GUIDE
01
14.2.2011, 11:00
Der ist aber supernackt!

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