Die Heimkehr des Traktor-Gangsta der "Trackshittaz"

13. Februar 2011, 18:08
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Oberösterreich: Ein Landeshauptmann und 3.000 Fans bei Party für Brachial-Rapper Lukas Plöchl

Freistadt - "Mama, wo is mei Leiberl - er kummt gleich!" David ist hörbar nervös, Mama Claudia sichtlich gestresst. Der achtjährige Freistädter hat eine der an diesem Abend heiß begehrten Backstage-Karten ergattert. "Na endlich" - David greift hektisch nach dem T-Shirt, das seine Mutter doch noch im Rucksack gefunden hat. "Trackshittaz" prangt jetzt in neonrosa auf der stolz geschwellten Buben-Brust. Ein herzhaftes "Oida, drah den Scheiß laudaa" macht Mama Claudia verlegen: "Er findet den Lukas Plöchl halt wahnsinnig cool, aber mir ist das jetzt schon a bissi peinlich."

Freitagabend kennt Freistadt nur ein Motto: "Oida taunz" - so heißt der bisher größte Hit von Plöchl und seiner Band "Trackshittaz". Die Stadt hat für ihren derzeit wohl bekanntesten Sohn eine "Welcome-Party" am Brauereigelände organisiert. Der Zweitplazierte der ORF-Show "Helden von Morgen" ist wieder daheim. Einst ausgezogen, um Österreich mit lustig bis derben Tanzboden-Krachern zu erobern, kehrt der 21-Jährige nun mit eigener CD und respektabler Fan-Gemeinde zurück. Der selbsternannte Traktor-Gangsta is back in Town - und Freistadt steht Kopf.

Gut 3.000 vorwiegend junge Fans erweisen sich während des Konzerts von Lukas Plöchl (G-Neila) und Manuel Hoffelner (Manix) als erstaunlich textsicher. Und diverse Eltern als erstaunlich tolerant. Da darf der minderjährige Nachwuchs schon mal inbrünstig "d'sunn de scheint ma auf'n penis, im bikini spün dans tennis, und mei willi möt si" mitgrölen. Natürlich seien die Texte mitunter "gscheid ordinär", aber "der Klane versteht des eh no net", verwirft eine Mutter pädagogische Bedenken, während sie ihrem Sohn über die Lukas-Fanfrisur streicht. Doch nicht alle sind wegen dem Mundart-Rapper gekommen. Im Bad der Menge gibt "Helden von Morgen"-Juror und Musikmanager Philip Ginthör Autogramme. "Bitte, das ist nicht für mich - meine Schwägerin findet den so fesch", rechtfertigt sich eine Frau.

Zu einem gelungenen Konzertabend braucht letztlich ein echter Traktor-Gangsta nicht viel: "Alloa bam Fraunz", "Gugaruz", "Prolet" und natürlich "Oida taunz". Und wenn 3.000 Fans dann, animiert vom Traktor-Gangsta-Rap, die Luftquetschn quetschen, darf natürlich Landeshauptmann Josef Pühringer nicht fehlen: "Ich bin wahnsinnig froh, dass der Luki seine Lieder auf oberösterreichisch in die Welt hinausträgt." Oder um es mit den Worten von Gangsta-Mama Sonja Plöchl zu sagen: "Mei Bua is Dynamit - i' hob imma gwusst, der explodiert amoi." Explodiert ist neben dem G-Neila an dem Abend vor allem ein großes Feuerwerk - und am Mühlviertler Nachthimmel leuchtete der Schriftzug "Oida taunz". (Markus Rohrhofer/ DER STANDARD, Printausgabe, 14.2.2011)

 

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    Vom Mühlviertel in die Charts: Lukas Plöchl.

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