Verletzter Beamter befragt

13. Februar 2011, 16:39
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Schießerei ist innerhalb von Sekunden passiert - Funkgerät rettete Leben - Bericht geht an Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt

Baden/Wien - Der bei dem Feuergefecht am Freitagnachmittag in Hirtenberg (Bezirk Baden) schwer verletzte 39-jährige Polizeibeamte ist am Sonntag befragt worden. Er habe der Untersuchungskommission unter der Leitung von Oberstleutnant Emmerich Schedl, Bezirkspolizeikommandant von Oberpullendorf, bestätigt, dass Thomas P. (34) als erster geschossen habe, teilte Oberst Ernst Schuch vom Landeskriminalamt NÖ am Sonntagnachmittag auf Anfrage mit.

Der 39-Jährige und sein 26 Jahre alter Kollege, der am Samstag starb, seien bei der Suche im Wald im Raum Hirtenberg auf einen Mann getroffen, auf den die Beschreibung des Gesuchten gepasst habe, schilderte der Beamte. Das habe auch eine Rückfrage über Funk ergeben. Nach der Aufforderung des jüngeren Polizisten, die Hände aus der Jackentasche zu nehmen, habe Thomas P. sofort gefeuert. Alles sei innerhalb von Sekunden gegangen. Die Beamten schossen zurück.

Bei dem 39-Jährigen bestehe keine Lebensgefahr mehr, bestätigte Schuch. Lebensrettend für den Beamten war ein Funkgerät, das er in der Brusttasche getragen hatte und wodurch eine Kugel abgelenkt worden war. Die burgenländische Kommission, die den Waffengebrauch der niederösterreichischen Polizisten untersucht, wolle ihren Bericht bereits am Montag abschließen und an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt übermitteln.

Polizei-Gewerkschaft  ist erschüttert

"Wir sind alle tief betroffen", stellte Hermann Greylinger, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, in einer Aussendung fest. Er verwies auch darauf, dass die Brutalität gegen die Exekutive bei Amtshandlungen seit Anfang der 1990er-Jahre steige. Personalvertretung und Gewerkschaft hätten die Zeichen der Zeit erkannt und eindringlich ein Wachebediensteten-Hilfeleistungsgesetz gefordert, das dem Dienstgeber auch "abgerungen" worden sei. Greylinger: "Menschliches Leid, Schmerz und Trauer können wir nicht ungeschehen machen. Es ist aber unsere dringliche Aufgabe, die betroffenen Kolleginnen, Kollegen und Familien wenigstens vor materiellen Sorgen zu bewahren." (APA)

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Nachlese:

Hintergründe zu Schusswechsel in Hirtenberg mit zwei Toten

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    Dieses Funkgerät rettete dem Polizisten das Leben.

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