Freescale und Pandora nächste Börsekandidaten aus IT-Branche

13. Februar 2011, 14:26
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Einst von Motorola abgespaltener Chip-Spezialist und Internet-Musikanbieter drängen an den Kapitalmarkt

Das Börsefieber in der internationalen Tech-Branche steigt. Zum Wochenende kündigte der Chip-Spezialist Freescale eine bis zu 1,15 Mrd. Dollar (850 Mio. Euro) schwere Aktienplatzierung an. Auch der Internet-Musikanbieter Pandora will an die Börse. Die Startup-Firma, die vor einigen Jahren noch ums Überleben kämpfte, will mit etwa 100 Mio. Dollar allerdings deutlich weniger einnehmen.

Hintergrund

Freescale hat eine lange Geschichte. Das Halbleiterunternehmen gehörte einst zu Motorola, bis es 2004 abgespalten wurde. 2006 ging der Anbieter von Chips für Autobranche, Industrie, Kommunikationstechnik und Verbraucherelektronik an Finanzinvestoren. Sie bürdeten Freescale - wie bei solchen Deals oft üblich - den Großteil des Kaufpreises von 17,6 Mrd. Dollar als Schulden auf. Für zusätzliche Probleme sorgten die Flaute beim wichtigen Kunden Motorola und schlechtere Geschäfte in der Wirtschaftskrise. Zuletzt vermeldete Freescale aber wieder steigende Umsätze. Mit den Mrd.-Einnahmen des Börsengangs soll der Schuldenstand gesenkt werden.

Pandora will hingegen das Geld aus dem Aktienverkauf in Wachstum investieren. Der Dienst ist eine Art Internet-Radio, dass sich auf den Musikgeschmack einstellt. Zuletzt hatte Pandora nach eigenen Angaben 80 Mio. registrierte Nutzer - doppelt so viele wie vor einem Jahr. Jede Sekunde komme ein neuer Kunde dazu, hieß es. Die Firma steht kurz vor der Gewinnzone. Von Februar bis Oktober 2010 fielen bei einem Umsatz von gut 90 Mio. Dollar noch 328.000 Dollar Verlust an. Ein Jahr zuvor war das Minus mit 18,6 Mio. Dollar noch ungleich höher.

Internet-Radio

Wegen eines Gebühren-Streits mit der Musikindustrie stand Pandora 2007 zeitweise kurz vor dem Aus. Vor allem mit einer App für das iPhone kam die kalifornische Firma aber groß ins Geschäft und hält heute laut Marktforschern etwa die Hälfte des Marktes für Internet-Radio in den USA. Aus Lizenzgründen kann man Pandora bisher nur in den Vereinigten Staaten hören. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang könnte Pandora auch andere Länder ins Visier nehmen sowie versuchen, auf Autoradios vorzustoßen.

In der IT-Branche wächst derzeit der Appetit auf Börsengänge. Ende Jänner kündigte das Geschäftskontakte-Netzwerk LinkedIn eine 175 Mio. Dollar (129,4 Mio. Euro) schwere Aktienplatzierung an. Auch die Schnäppchen-Website Groupon, die zuletzt mit 15 Mrd. Dollar bewertet wurde, soll einen Börsengang durchspielen. Gespannt warten Investoren aber vor allem auf Frühjahr 2012: Dann könnte das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook an die Börse gehen. Facebook wurde zuletzt in einer Finanzierungsrunde mit beeindruckenden 50 Mrd. Dollar bewertet. Indes peilt Facebook laut einem Bericht des Technologie-Blogs "All Things Digital" bereits eine Bewertung von 60 Mrd. Dollar an. (APA)

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