Die geladene Bestie

13. Februar 2011, 16:49
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Ein Fahrrad, das 77 Stundenkilometer schnell ist, schließt die Lücke zwischen Fahrrad und Motorrad, meint Leser Jumpingjack

"Fahrräder werden immer mehr zu Motorrädern", meint Leser Jumpingjack in einem Mail, das er uns letzte Woche schickte. Grund des Mails war ein Link zu einem Fahrrad, das die Brücke zwischen Motorrad und Fahrrad wirklich schon geschlagen hat.

Das Beast von M55 hat Brembo-Scheibenbremsen, eine Gabel, die diverse Elektro-Motorräder blass dastehen lässt, LEDs, jede Menge Carbon, Aluminium und schafft eine Spitzengeschwindigkeit von 77 km/h. Das Beast ist ein Fahrrad mit einem mehr als kräftigen Elektromotor und einer Rohloff-Schaltung. "Auch wenn es wie ein Downhill-Bike aussieht, ist es keines", erklären die Bauer, "Es ist für den Cross-Country-Einsatz gemacht."

22 Tenergy Polymer-Lithium-Ionen Zellen, wie sie in Hybrid-Autos verbaut werden, sind der Energie-Speicher für das futuristische Fahrrad. "Die Leistung des Motors und die Kapazität der Akkus liegt weit über dem Standard." Der Motor ist aber nur ein Hilfsmotor, der erkennt, wann er die bis zu 104 Newtonmeter zuschalten muss. Auf 140 Kilometern soll die Motorleistung dann verfügbar sein.

"Die Idee, die Motorkraft intelligent zuzuschalten, ist super", meint Jumpingjack, "Inwieweit der innere Schweinehund da gefüttert wird, müsste man ausprobieren." Wirklich schrecken ihn aber die 33 Kilogramm Eigengewicht des Biests: "Da schrillen bei Radlern, die in den letzten Jahrzehnten mit Leichtbau aus Alu, Magnesium und Carbon sozialisiert wurden, vorerst einmal alle Alarmglocken. Wenn ich heute mit dem Bike in Tulln stehe und nach Wien zurück muss, dann ist das", wenn die Akkus leer sind und der Motor nicht mehr hilft, "das beste Zähigkeits- und Ausdauertraining."

Doch die Idee, Erfahrungen aus dem Motorradbau – etwa wie man Motor und Tank am besten unterbringt – "auf Radeln mit ähnlichen Anforderungen anzuwenden, ist nur sinnvoll."

Das Design dieses "modernen Hightech-Hobels" gefällt dem hüpfenden Jack – und auch M55: "Wir glauben, dass die Zahl 55 magisch ist. Darum wird jedes 55ste Fahrrad als Special Edition mit Custom-Lackierung ausgeliefert."

Damit sind wir auch schon bei den Kosten: Ab 25.555 Euro kann man das Bike bestellen. Die ersten Fahrräder werden im Frühjahr ausgeliefert. Und während wir uns gerade das Teaser-Video zum Beast anschauen, trudelt eine E-Mail vom Fotografen der edelsten Motorrad-Bilder dieser Seite, Graf Foto ein. Inhalt des Mails ist diesmal nur ein Link zum Beast von M55 – keine Anrede, kein Kommentar, keine Grußworte. Und das passiert nicht oft, dass dem Grafen die Worte fehlen.

Link: M55

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  • 77 Stundenkilometer schnell, Rohloff-Getriebe und Scheibenbremsen von Brembo stehen am Datenblatt des Beast von M55.
    foto: hersteller

    77 Stundenkilometer schnell, Rohloff-Getriebe und Scheibenbremsen von Brembo stehen am Datenblatt des Beast von M55.

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