ÖHV knapp an Aufstieg vorbei

12. Februar 2011, 22:57
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Bei 1:2 gegen Polen im Spiel zumindest ebenbürtig - Gegen Russland um Bronze - Stremitzer: "Holen uns die Medaille"

Poznan - Österreichs Hockey-Europameister haben den Einzug ins Herren-Finale der Hallen-Weltmeisterschaften in Poznan (Posen) knapp verpasst. Gegen das bei den Heim-Titelkämpfen wiedererstarkte polnische Team reichte es am Samstagabend nur zu einem 1:2, alle drei Treffer waren vor der Pause gefallen. Die zweite Chance auf eine Medaille gibt es am Sonntag ab 12.00 Uhr im Spiel um Bronze gegen Russland. Die Polen fordern ab 15.00 Uhr im Endspiel Titelverteidiger Deutschland.

Wie vor vier Jahren bei den Weltmeisterschaften in Wien stellten sich die Polen den Österreichern in den Weg. 2007 fehlte ein Treffer zum Einzug ins Semifinale, diesmal ging es im Duell um die Final-Teilnahme äußerst eng zu. Im Finish nahm die ÖHV-Truppe sogar Goalie Mateusz Szymczyk zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Feld, um den Ausgleich quasi zu erzwingen. Doch die Gastgeber hielten mit Unterstützung des begeisterten Publikums dem starkem ÖHV-Druck stand.

Schon in der Anfangsphase hatten die Österreicher zwei gute Möglichkeiten auf die Führung vorgefunden, einzig es haperte an der Chancenauswertung. Prompt stellten die Gastgeber durch Michal Raciniewski (9.) und Dariusz Rachwaski (14.) auf 2:0. Zwischen den beiden Toren vergab Michael Körper durch einen verschossenen Siebenmeter den Ausgleich (11.). "Das ist wie ein Elfmeter im Fußball", trauerte ÖHV-Kapitän Armin Stremitzer dieser Chance nach. "Das muss man in einem WM-Halbfinale nutzen."

Starke zweite Halbzeit

Doch Philipp Greutter hielt nach einem sehenswerten Konter mit dem 1:2 Österreichs Hoffnungen aufrecht (19.), mit Schwung ging es in die zweite Hälfte. Hier rettete Goalie Szymczyk zunächst mit blendender Reaktion, ehe seine Vorderleute den Druck erhöhten. "Wir waren in der zweiten Halbzeit besser, haben hinten nicht viel zugelassen", analysierte Stremitzer. Doch die Polen brachten den knappen Erfolg über die Distanz.

"Bis zum Kreis spielen wir fantastisch, aber der Abschluss fehlt ein bisschen", meinte Teamchef Frank Hänel, zeigte sich aber dennoch stolz auf sein Team. Trotz der ersten Enttäuschung stimmten sich die Österreicher noch am Samstag bei einer Besprechung darauf ein, die zweite Medaillenchance zu nutzen. Stremitzer: "Wir holen uns die Medaille, mit den Russen haben wir noch eine Rechnung offen."

Russland hatte den Österreichern mit einem 1:0 deren einzige Niederlage in der Gruppenphase zugefügt, wurde aber im Halbfinale von den Deutschen mit 10:0 deklassiert. Während bei den Österreichern am Sonntagvormittag noch eine Videoanalyse des 0:1 gegen Russland auf dem Programm stand, kommt es im Finale zur Neuauflage des Endspiels von 2007. Damals hatten die Deutschen die Polen in der Wiener Stadthalle 4:1 besiegt. Das Damen-Finale lautet ab 13.30 Uhr Titelverteidiger Niederlande gegen Deutschland, ab 10.30 Uhr spielen die Ukraine und Weißrussland um Rang drei.

Die österreichische Damen-Equipe beendete nach 2003 und 2007 auch die dritten Hallenhockey-Weltmeisterschaften auf Rang sieben. Im abschließenden Platzierungsspiel gab es einen 2:1-Sieg gegen Australien nach Verlängerung. Marie-Christine Anderlik gelang der Führungstreffer, Corinna Zerbs entschied die Partie mit dem "Golden Goal". (APA)

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