Souveräne Siege für Verfolger, Dortmund patzt

12. Februar 2011, 18:04
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Robben netzt zweimal für siegreiche Bayern, Leverkusen souverän in Frankfurt - BVB in Lautern nur Remis - Niederlagen für Österreicher

Köln - Mit Arjen Robben und Franck Ribéry in der Startformation ist bei Bayern München auch die Spielkultur zurückgekehrt. 273 Tage nach dem letzten gemeinsamen Auftritt des Traumduos im Bayern-Trikot war der Rekordmeister beim 4:0 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim blendend aufgelegt und wahrte seine Chance auf den zweiten Tabellenplatz. Zu den Toren von Mario Gomez (2.) und Thomas Müller (15.) leisteten Robben und Ribéry die Vorarbeit, zum 3:0 und 4:0 (63./81.) traf Robben schließlich selbst.

Tabellenzweiter bleibt mit drei Punkten Vorsprung auf die Münchner Bayer Leverkusen - auch ohne Michael Ballack. Beim 3:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt ließ Trainer Jupp Heynckes den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft auf der Bank schmoren. Für Leverkusen, das auf zehn Punkte an Tabellenführer Borussia Dortmund heranrückte, trafen Simon Rolfes (9.), Renato Augusto (32.) und Hanno Balitsch (85.) mit einem Traumtor.

Neben David Alaba und Andreas Ibertsberger mit Hoffenheim gingen auch Martin Harnik mit Stuttgart und Martin Stranzl mit Gladbach als Verlierer vom Platz.

Borussia Mönchengladbach ist nach einem 1:3 (1:1) beim FC St. Pauli kaum noch zu retten, dem VfB Stuttgart wurde wieder einmal schmerzhaft vor Augen geführt, dass er Julian Schieber besser nicht an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen hätte. Beim 4:1 (2:1) in Stuttgart traf Schieber für den FCN und bereitete noch ein Tor vor. Rubin Okotie stand übrigens nicht im Kader.

Gladbachs kurze Hoffnung

Für Gladbach hatte das Spiel mit der Führung durch Igor de Camargo (9.) vielversprechend begonnen. Der Belgier war es dann aber auch, der mit einer Roten Karte wegen eines Kopfstoßes (21.) gegen St. Paulis Matthias Lehmann die Wende zum Schlechten einleitete. Max Kruse (37.), Gerald Asamaoh (53.) und auch Lehmann (59.) trafen danach für die Hamburger.

Der VfB dagegen war von Beginn an auf der Verliererstraße. Nach Toren von Timmy Simons (11.) und Schieber (28.) stand es früh 0:2, der Anschluss durch Patrick Funk (45.+2) sorgte nur kurz für Hoffnung. Timothy Chandler (52.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor und Mehmet Ekici (63.) stürzten den auf Platz 17 liegenden VfB noch tiefer in die Krise. Für Bruno Labbadia könnte es bei den Schwaben, die schon zweimal in dieser Saison den Trainer gewechselt haben, eng werden.

Auch Pierre Littbarski hatte sich den Samstag wohl anders vorgestellt. Bei seinem Debüt als Bundesliga-Cheftrainer verlor der Weltmeister von 1990 mit dem VfL Wolfsburg durch ein Elfmetertor von Mladen Petric (32.) 0:1 (0:1) gegen den Hamburger SV. Dabei konnte der VfL von Glück sagen, dass seine Konkurrenten im Abstiegskampf auch keine Punkte holten.

Einen Schritt aus der Krise machte dagegen Schalke 04. Die Königsblauen bezwangen den SC Freiburg durch ein Tor von Jefferson Farfan (49.) mit 1:0.

Dortmund kassiert Last-Minute-Treffer

Im Abendspiel ließ Borussia Dortmund im Titelrennen neuerlich Punkte liegen und verpasste den elften Sieg im zwölften Auswärtsspiel. Der Tabellenführer kam am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein 1:1 (0:0) beim zuletzt in der Krise steckenden Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern hinaus und liegt nach dem zweiten torlosen Remis innerhalb von acht Tagen noch zehn Punkte vor Verfolger Bayer Leverkusen.

Damit wartet der BVB, der sich am vergangenen Spieltag 0:0 von Schalke 04 getrennt hatte, seit knapp zehn Jahren auf einen Erfolg auf dem Betzenberg. Die in der Rückrunde noch sieglosen Roten Teufel holten den ersten Punkt nach zuletzt drei Pleiten in Folge.

Sven Bender mit seinem ersten Bundesligator erzielte in der 82. Minute die Führung für den BVB, ehe Jan Morávek in der 90. Minute den Gastgebern noch einen Punkt rettete. Fünf Minuten zuvor hatte BVB-Verteidiger Neven Subotic wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen.

"Wir haben uns am Schluss ungeschickt angestellt. Es ist bitter und tut ein bisschen weh, nur mit einem Punkt nach Hause zu fahren", sagte Bender. Sein Nationalmannschaftskollege Mats Hummels blieb mit Blick auf die Tabelle aber gelassen: "Wie Leverkusen über dieses Ergebnis denkt, interessiert mich nicht. Wir haben zum Ende der Hinrunde zehn Punkte Vorsprung und haben es jetzt auch. Wir müssen uns keine Sorgen machen."

FCK-Trainer Marco Kurz war mit dem Remis zufrieden und dankte auch den eigenen Fans: "In dieser Atmosphäre kann man Großes leisten. Wir sind froh über den Punkt. Es wäre der Wahnsinn gewesen, nach so einer tollen Leistung als Verlierer vom Platz gehen zu müssen." Bei den Gastgebern saßen Erwin Hoffer und Clemens Walch auf der Bank.

Am Sonntag wird der 22. Spieltag mit dem Nordderby zwischen Werder Bremen und Hannover 96 und dem Duell 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05 komplettiert. (SID)

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    David Alaba mag nicht hinschauen: Robben verschickt Bussis.

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