Pro & Contra: Valentinstag

15. Februar 2011, 07:00
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Ein bisschen Kitsch hat noch keiner/m geschadet Oder: Ich will es alle Tage - Liebe, Blumen und Schokolade

+++Pro

Montagfrüh, als wir telefonierten, hatte es mein Bruder mit einem Mal sehr eilig: "Ich muss jetzt einkaufen gehen, sonst krieg ich keine Blumen mehr ..." Um halb neun, an einem Montag? "Na es ist doch Valentinstag!" Ich versteh ihn: Er heiratet im Herbst. Aber als Singlefrau zu wissen, dass heute keine Blumen, keine Schokolade und kein Candlelight-Dinner warten, macht schlechte Laune. Vor dem Frühstück umso mehr.

Bitte jetzt kein falsches Mitleid: Es ist ja nur der Neid. Ganz im Ernst: Ich mag den Valentinstag, ich mag rote Herzen, romantischen Schnick-Schnack, genieße geschenkte Rosen und Essen zu zweit bei Kerzenlicht! Pfeif doch auf "Alles nur Geldmacherei!" und "Ich brauch keinen Anlass, um jemandem zu sagen, dass ich ihn/sie liebe". Was ist schon dabei, es einmal öfter zu sagen und einmal mehr zusammen schöne Stunden zu genießen? Ein bisschen Kitsch, Peace, Love und Happiness haben noch keiner/m geschadet! (roh, dieStandard.at, 15.2.2011)

Contra---

Liebe(n) - jeden Tag so viel und so oft wie nur möglich. Küsse(n) - zärtlich und wild, am besten ohne Pause. Blumen - Meere und Felder davon, so viel und so weit der Blick reichen mag - und das täglich. Schokoladeherzen - prall mit verlockenden Füllungen, säckchenweise alle Tage.

Ich kann mir all das wünschen, davon träumen und manches davon sogar kaufen. Was brauche ich einen Tag im Jahr, der unter dem Motto der Liebenden steht - und was sie einander schenken sollten? Wem nützt dieser Tag, außer - wir wissen es alle!

Und - nebenbei bemerkt: Ich verwehre mich dagegen, die Ankunft Jesu als himmlischen Bräutigam zu feiern. Denn darauf gehen die kirchlichen Wurzeln des Valentinstags angeblich zurück. (dabu, dieStandard.at, 15.2.2011)

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