Abfahrtsgold an Guay, Blech für den ÖSV

12. Februar 2011, 12:45
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ÖSV im vierten WM-Rennen erstmals ohne Medaille - Silber an Cuche, Bronze an Innerhofer

Garmisch-Partenkirchen - Erik Guay hat die kanadische Erfolgsliste bei WM-Abfahrten fortgesetzt und auf den Titelgewinn von John Kucera 2009 einen Triumph 2011 auf der Kandahar von Garmisch-Partenkirchen folgen lassen. Für den 29-jährigen war es zugleich die erste Medaille seiner Karriere, das Erreichen eines Podestplatzes blieb den Österreichern versagt, Bester wurde Romed Baumann als Vierter (34/100 an Bronze vorbei). Damit warten die ÖSV-Herren weiter auf das erste Speed-Gold seit 2003.

Der Schweizer Didier Cuche sicherte sich am Samstag Silber, auf den ersten Platz fehlten ihm 0,32 Sekunden. Bronze ging an den erkälteten Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer ("Meine Beine waren heute nicht so spritzig"), der seine zweite Speed-Medaille in Bayern einfuhr (0,76 hinter Gold). Österreich hält damit nach vier WM-Bewerben bei weiter drei Mal Edelmetall, jeweils Gold hatte es gegeben für Elisabeth Görgl (Super-G) und Anna Fenninger (Super-Kombination) sowie Silber für Hannes Reichelt (Super-G).

Das nach vielen Ausfällen (u.a. Kucera, Manuel Osborne-Paradis) geschwächte und minimierte kanadische Team holte das Optimum heraus - und das in der Königsdisziplin. "Das ist das beste Gefühl der Welt. Unglaublich! Wir hatten viele Verletzungen und harte Zeiten. Das ist auch ein bisserl für die Kollegen, sie werden alle zurückkommen", erklärte Guay, der zwei seiner drei bisherigen drei Weltcupsiege in Garmisch eingefahren hat (2007 Abfahrt, 2010 Super-G). Bei Großereignissen raste er bisher an Podestplätzen knapp vorbei, war zweimal Vierter, zweimal Fünfter und dreimal Sechster.

Ein "sehr zufriedener" Silbermedaillengewinner war Cuche, der auch vor zwei Jahren bei den Welttitelkämpfen in der Abfahrt nur von einem Kanadier besiegt worden war: "Vor dem Start habe ich gedacht, es wird sehr schwierig, unter die ersten Drei zu kommen. Es war mehr ein geholter Zweiter als ein verlorener erster Platz", sagte der Vierte des Super-G. Zu der Unterbrechung vor seiner Fahrt meinte er: "Wenn ich gewusst hätte, dass es länger dauert, wäre ich Pinkeln gegangen, denn ich hatte etwas Druck." Innerhofer bewies, dass er "nicht nur ein Eisbrecher" ist, sondern auch auf weicheren Verhältnissen zurechtkommt.

Baumann absolviert eine gute WM, doch Platz sechs im Super-G und nun vier in der Abfahrt sind zum Jubeln zu wenig. "Meine Leistung war gut, ich brauche mich nicht schämen. Ich wusste, ich muss was riskieren. Das habe ich getan und dann vor dem Tröglhang einen Fehler gehabt. Die drei Zehntel auf die Medaille sind dort leicht zu finden. Aber ich hatte es selbst in der Hand und habe es nicht ganz umgesetzt. Die Form passt, vielleicht geht es sich in der Super-Kombi aus."

Enttäuschend endete die Abfahrt für die weiteren ÖSV-Läufer: Michael Walchhofer als 7. (1,87), Klaus Kröll als 11. (2,17) sowie Hannes Reichelt als 16. (2,58) waren von den Podesträngen weit entfernt. "Die Fahrt war nicht perfekt, und die 1,87 Sekunden schneller hätte ich heute nicht sein können", zeigte sich der Salzburger Walchhofer nach seinem letzten WM-Auftritt selbstkritisch. Kröll erklärte, er habe sich mit den Schlägen nicht zurechtgefunden. "Ich bin nicht ins Fahren gekommen, war immer hinten mit der Position."

Super-G-Vizeweltmeister Reichelt lobte die "sportliche Leistung von Didier, die war Gold wert." Mit der 18 habe der Schweizer nicht mehr die Chance gehabt wie die früheren Startnummern. "Es ist wie befürchtet ein bisserl ein Startnummernrennen gewesen, aber so ist das Leben. Meine Fahrt war nicht so schlecht, aber es fing zu saugen an", sagte Reichelt. Guay trug die Nummer 10, Innerhofer 8. Neben Cuche hatte aber auch der viertplatzierte Baumann mit 20 eine "hohe" Nummer.

Anders als für die Kombi-Abfahrt der Damen am Freitag hatten die warmen Temperaturen die Piste nicht entscheidend einfacher zu fahren gemacht. Viele Athleten krachten nach dem Ritt über die "Rumpelpiste" im zu kurzen Zielraum ausgepowert in die Luftkissen (Airfence), darunter auch der Norweger Aksel Lund Svindal (Fünfter), der gestützt von Helfern leicht benommen aus dem Zielraum wankte. (APA)

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Guay macht keinen Umweg.

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