Ermittler wollen Mutter an Suche auf Korsika beteiligen

12. Februar 2011, 12:29
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Französische Behörden konzentrieren sich auf Korsika - Italienische Polizei hofft auf Auffindung von Navigationsgerät

Die mit dem Fall der vermissten Schweizer Zwillingsmädchen befassten französischen Ermittler auf Korsika haben eine Beteiligung der Mutter an ihrer Suche auf der Insel vorgeschlagen. Mit ihrer Hilfe könnten die Beamten "alle Orte, an denen sich die Familie während Urlaubsreisen in den vergangenen Jahren" aufgehalten habe, ausfindig machen, sagte ein mit den Untersuchungen vertrauter Ermittler am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Die französischen Behörden konzentrieren ihre Suche nach den Schwestern auf Korsika, weil sich ihre Spur auf der Insel verloren hat.

Am Samstag wurde vor allem die Gegend im äußersten Norden von Korsika durchsucht. Polizisten gingen in Macinaggio von Haus zu Haus und zeigten Fotos der Mädchen. In dieser Ortschaft war am 1. Februar das Auto des Vaters gesehen worden. Fest steht inzwischen, dass der Vater Anfang Februar die Insel Korsika via Bastia wieder verlassen hatte und danach via Toulon nach Süditalien weitergereist war.

Zeugen sahen Vater und Kinder in Ascoli

Die italienische Polizei sucht seit Samstag früh in der Umgebung um den Bahnhof Cerignola Campagna nach dem Navigationsgerät des Vaters. Sie erhoffen sich davon Hinweise auf die Orte, an denen der Mann bis zu seinem Selbstmord im Bahnhof des Ortes gewesen war. Das Auto wurde in der Nähe abgestellt, doch das Navigationsgerät fehlte.

Inzwischen sind laut der italienischen Nachrichtenagentur ansa Zeugen aufgetaucht, welche den Vater mit seinen beiden Töchtern nach dem Aufenthalt auf Korsika in Ascoli in Mittelitalien gesehen haben wollen. Aus dieser Region stammt die Mutter der Kinder.

Tod der Mädchen in Brief angekündigt

Die Schweizer Polizei hatte bereits am Freitag mitgeteilt, der Vater der Kinder habe vor seinem Selbstmord an seine Frau geschrieben, er habe die sechsjährigen Töchter getötet. Augenzeugen wollen die Kinder zuletzt am 31. Jänner zusammen mit dem Vater auf einer Fähre von Marseille nach Korsika gesehen haben. Die Mutter appellierte trotz des Briefs an die Behörden, die Suche nicht aufzugeben. Der Vater der Zwillinge hatte offenbar die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet und seine Kinder entführt. Von Korsika soll er allein auf das französische Festland zurückgekehrt sein, bevor er sich im Südosten Italiens vor einen Zug warf. (APA)

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