Mehr als 3.000 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet

12. Februar 2011, 12:19
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Migrantenwelle aus Nordafrika reißt nicht ab - Italien bittet EU um Hilfe

Der Flüchtlingsstrom in Richtung Süditalien wächst unter dem Druck der politischen Instabilität in Nordafrika stark. In den vergangenen 72 Stunden haben circa 2.700 nordafrikanische Flüchtlinge die Insel Lampedusa südlich von Sizilien erreicht, wie die italienische Küstenwache mitteilte. Dabei handelt es sich laut italienischen Medien mehrheitlich um tunesische Flüchtlinge. Seit Freitagabend wurden von der Küstenwache neun Boote mit insgesamt 800 Personen in Sicherheit gebracht.

Angesichts einer steigenden Zahl von Bootsflüchtlingen aus Tunesien hat Italiens Regierung die Europäische Union um Unterstützung gebeten. Brüssel solle "umgehend" Einheiten der EU-Grenzschutzagentur Frontex nach Tunesien schicken und diese entlang der Küste patrouillieren lassen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Rom vom Freitag.

Innenminister Roberto Maroni forderte in einem Schreiben an die EU-Kommission, dass bei dem nächsten Treffen der EU-Innenminister auch die neue Flüchtlingswelle thematisiert wird. Ein bilaterales Abkommen zur Bekämpfung der illegalen Migration habe bisher geholfen, die Flüchtlingswelle in Richtung Europa in Schranken zu halten. Wegen der politischen Instabilität seien die tunesischen Behörden nicht mehr in der Lage, die Ausreise von Hunderten Flüchtlingen zu verhindern, so Maroni. (APA)

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